Die großen Banken Österreichs müssen mehr Eigenkapital vorhalten. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) verordnet den systemrelevanten Banken des Landes eine Aufstockung ihrer Kapitalpuffer um 0,25 bis 0,50 Prozentpunkte. Damit werde eine Empfehlung des Finanzmarktstabilitätsgremiums (FMSG) umgesetzt, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Maßnahme würde die erhöhten Systemrisiken, die aus Unsicherheiten wie dem Krieg in der Ukraine, den gestiegenen Energiepreisen sowie einer höheren Inflation resultieren, berücksichtigen. Die Puffer seien für jedes Institut individuell festgelegt und stufenweise bis Ende 2023 aufzubauen.

Die Kapitalausstattung der österreichischen Banken liegt der FMA zufolge im europäischen Vergleich nach wie vor unter dem Durchschnitt. "Eine gute Kapitalisierung der Banken stärkt ihre Fähigkeit, etwaige Verluste aufzufangen und erhöht so ihre Stabilität und Widerstandsfähigkeit", erklärten die beiden FMA-Vorstände Helmut Ettl und Eduard Müller. "In Zeiten hoher wirtschaftlicher Unsicherheit ist das von besonderer Bedeutung."

Zudem sei eine angemessene Kapitalausstattung eine wesentliche Voraussetzung, das sehr gute Rating des österreichischen Bankensystems auch in schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten. Signifikante Auswirkungen auf die Kreditversorgung seien nicht zur erwarten, so die FMA. (reuters)