Voller Aufregung wird das Geschenkpapier zerrissen, dann folgt die Ernüchterung: Ein Pullover in der falschen Größe, ein Mixer, den man schon hat oder das gewünschte Videospiel für die falsche Konsole - misslungene Präsente der Liebsten sind keine Seltenheit. Für den Fall der Fälle sollte man die Quittung behalten und sicher aufbewahren. Die beschenkte Person muss sich bei einem unpassenden Geschenk dann allerdings auch überwinden dezent danach zu fragen.

Wendet man sich an den Anbieter, ist es meist nicht möglich, den bezahlten Betrag zurückzubekommen. Ist kein Ersatz vorhanden, erhält man in der Regel einen Gutschein. Ob die Möglichkeit besteht etwas zu retournieren, hängt davon ab, wo beziehungsweise wie man das Geschenk erworben hat. Das Produkt sollte selbstverständlich nicht genutzt oder beschädigt sein.

Stationärer Handel oder Fernabsatz

"Grundsätzlich ist die Rückgabe von Waren, welche man direkt im Geschäft gekauft hat, nur dann möglich, wenn es vereinbart wurde", erklärt Manuela Robinson, Bereichsleiterin für Beratung beim VKI (Verein für Konsumenteninformation). Gesetzlich verankert ist die Rückgabe aber in diesem Fall nicht, meist zeigen sich Händler aber kulant. Falls die Bedingungen nicht bereits auf dem Beleg vermerkt sind, sollte man sie schriftlich auf der Rechnung bestätigen lassen. Da die Geschäfte während der Feiertage auch geschlossen sind, empfiehlt es sich, auch eine konkrete Frist zu notieren. Sind Umtauschoptionen vorgegeben, sollte man darauf achten, was genau angeboten wird, betont die Konsumentenschutz-Expertin.

Möchte man bei der Bescherung die Wahl offenlassen, kann man einen Gutschein kaufen. Diese zählen zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken, besonders bei Kunden, die kurz vor den Festtagen shoppen. Allerdings sollte man sich das Geschäft gut aussuchen, da sich eine Rückgabe schwierig gestaltet. "Man darf nicht damit rechnen, dass man das Geld zurückbekommt", sagt Robinson.

Einlöse-Bedingungen sind zu beachten sowie das Ablaufdatum. Wenn keine Befristung definiert ist, dann beträgt die Verjährungsfrist 30 Jahre. Diese gelte laut dem VKI auch, wenn eine unzulässige Befristung ohne sachliche Begründung angegeben ist. Zeiträume unter zwei oder drei Jahren seien aber "kaum begründbar". Wenn der Anbieter allerdings vor einer Insolvenz steht, könnten Verbraucher mit ihrer Forderung leer ausgehen.

Laut einer aktuellen Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens, kaufen über 53 Prozent mindestens die Hälfte ihrer Geschenke im Netz. Rund 20 Prozent haben demnach Angst, nichts Passendes zu finden. Im Onlinehandel, per Telefon, Fax oder Post - für alle Fernabsatzwege gilt ein gesetzliches Rückgaberecht von 14 Tagen ab Erhalt der Ware.

Um dieses in Anspruch zu nehmen, muss unbedingt ein Rücktrittsschreiben versendet werden, wie Robinson betont. Sollte beispielsweise ein Online-Shop aufgrund der Weihnachtszeit die Frist aus Kulanz verlängern, ist das für den Zweifelsfall zu dokumentieren.

Ganz gleich, wo man sie kauft, sind personalisierte Waren oder nach Kundenwunsch angefertigte Produkte nicht umtauschbar. Ein Kissen mit dem Familienfoto oder ein Armband mit einem eingravierten Namen kann man also nicht zurückgeben.

Gewährleistungsrecht und Garantie

Hat der Pullover ein Loch, geht der Mixer nicht oder ist der Datenträger des Videospiels beschädigt, besteht das Recht auf Gewährleistung. Der Anbieter hat in diesem Fall im ersten Schritt die Möglichkeit das mangelhafte Produkt auszutauschen oder zu reparieren. Wenn beides nicht möglich ist oder vom Unternehmen verweigert wird, hat der Konsument Anrecht auf den bezahlten Geldbetrag. Voraussetzung ist, dass der Mangel bereits zum Zeitpunkt des Kaufes oder der Übergabe vorhanden war. Die Beweislast liegt im ersten Jahr nach Erwerb beim Unternehmen.

Nicht zu verwechseln ist die Gewährleistung mit der Garantie. Diese ist eine freiwillige Leistung des Verkäufers. Wird eine Garantie angeboten, muss sie auch zu den definierten Bedingungen eingehalten werden. Daher gilt auch hier: Das Kleingedruckte lesen!

Wer bei der Geschenkauswahl sicher gehen will und auf den Überraschungseffekt verzichten kann, fragt bei den Liebsten nach genauen Wünschen, Größen und Farben.