Im Zuge der derzeit vielfach herrschenden wirtschaftlichen Unsicherheiten halten europäische Unternehmen hohe Summen an Bargeld bei Banken. In der gesamten Eurozone beläuft sich der Betrag auf 3.352 Milliarden Euro, in Österreich sind es 88 Milliarden Euro. Die hohe Inflation und die negativen Realzinsen sorgen jedoch für einen Wertverlust bei diesen Mitteln, wie die Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer errechnet hat.

Für Österreich kommt die Wirtschaftskanzlei auf einen rechnerischen Wertverlust auf Einlagen durch die Inflation für das Jahr 2022 von rund 10 Milliarden Euro. Für die gesamte Eurozone sind es 316 Milliarden Euro. Das sei mehr als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Finnland oder Portugal.

"Das Halten von hohen Cash-Beständen ist der Preis für die derzeitige Unsicherheit", sagt Freshfields-Partner Florian Klimscha laut einer Aussendung vom Mittwoch. Unternehmen sollten ihre Refinanzierungsfähigkeit heuer gut im Auge behalten, rät Klimscha.

Trotz der insgesamt hohen Summen an Barmitteln in der Eurozone ist der Anstieg im Vorjahr deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2022 haben die Firmen der Eurozone nur 61 Milliarden Euro an Barmitteln zugelegt, das liegt deutlich unter den Werten von 2020 (464 Milliarden Euro) und 2021 (248 Milliarden Euro). (apa)