Die EZB darf angesichts der Inflation im Euroraum aus Sicht von Österreichs Notenbank-Gouverneur Robert Holzmann ihren Zinserhöhungskurs nicht verlassen. Die Sätze müssten noch deutlich weiter steigen, um auf ein Niveau zu gelangen, das ausreichend restriktiv sei, teilte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch in einer Präsentation für eine Konferenz in Wien mit.

Das sei erforderlich, um eine rechtzeitige Rückkehr der Inflation zum mittelfristigen Ziel von zwei Prozent zu erreichen. Die Teuerung im Euroraum lag im Dezember mit 9,2 Prozent immer noch mehr als viermal so hoch wie das Inflationsziel der Euro-Notenbank.

Risikomanagement

Holzmann rechnet zwar damit, dass sich die Inflation abschwächt. Aufgrund einer hohen Unsicherheit seien die Risiken aber weiterhin aufwärtsgerichtet, hieß es in der Präsentation. Die Euro-Wächter hatten im Dezember den Fuß etwas vom Gas genommen. Nach zwei großen Zinsschritten um jeweils 0,75 Prozentpunkte hoben sie die Schlüsselzinsen um 0,50 Prozentpunkte an.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte weitere Zinserhöhungen in Aussicht. Dabei signalisierte sie, dass wahrscheinlich auch auf den nächsten Sitzungen Anhebungen um jeweils einen halben Prozentpunkt anstehen werden. Die nächste EZB-Zinssitzung ist für den 2. Februar geplant. (apa)