Der Flughafen Wien sieht sich weiter auf Erholungskurs. Für heuer rechnet sein Management mit mehr als 150 Millionen Euro Gewinn. Das wäre ein Plus von 30 Prozent gegenüber den 115 Millionen Euro, die der Vorstand zuletzt für 2022 erwartet hatte. Der Airport sprach am Donnerstag von einem "erfolgreichen Comeback der Luftfahrt". In Wien wurden im Vorjahr 23,7 Millionen Passagiere gezählt- ein Plus von 127 Prozent gegenüber 2021, aber um 25 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019.

"2022 ist die Luftfahrt wieder zurückgekehrt: Das Passagieraufkommen am Flughafen Wien hat sich mehr als verdoppelt und liegt nun insgesamt bei etwa 75 Prozent des Vorkrisenniveaus", sagte Vorstand Julian Jäger. "Für 2023 erwarten wir daher weiteres Wachstum auf 26 bis 27 Millionen Passagiere am Standort Wien."

Größte Airline in Wien-Schwechat war 2022 weiterhin die Lufthansa-Tochter AUA mit 11,1 Millionen Passagieren, gefolgt von Ryanair und deren Tochter Lauda mit 4,9 Millionen und Wizz Air mit 1,6 Millionen. Zusammen kamen Billigfluglinien auf einen Marktanteil von 30,9 Prozent, der Lufthansa-Konzern auf 52 Prozent.

"Erstmals nach Jahrzehnten ist die Flughafen Wien AG schuldenfrei und kann die geplanten Investitionen aus dem eigenen Cash-Flow finanzieren", teilte Vorstand Günther Ofner weiter mit. 2023 soll der Umsatz auf 830 Millionen Euro steigen, das operative Ergebnis (Ebitda) auf mehr als 325 Millionen Euro. Die Investitionen sollen auf 135 Millionen Euro verdoppelt werden.

Nach drei Jahren ohne Dividende sollen die Aktionäre - das sind der Fonds IFM als größter, die beiden Länder Wien und Niederösterreich, die Mitarbeiterstiftung sowie der Streubesitz - für 2022 eine Ausschüttung von mindestens 60 Prozent des Nettogewinns erhalten. Ofner sagte, der Nettogewinn 2022 werde "ein Stück drüber sein" über den zuletzt in Aussicht gestellten 115 Millionen Euro.

Mehrere Investitionsprojekte

Zu den Investitionsprojekten gehören die Süderweiterung des Terminals 3 (früher Skylink). Der Baubeginn ist für Mitte 2023 geplant, 2027 soll das Gebäude in Betrieb gehen. Auch die Photovoltaikanlage wird heuer erweitert - von 26 auf 45 Hektar. In Summe wird die Anlage dann rund 100.000 Paneele umfassen. Schon jetzt zählt sie mit rund 55.000 Paneelen zu den größten PV-Anlagen Österreichs. Die Freiflächen-PV-Anlage befindet sich südlich der Piste 11L/29R und würde, falls die dritte Piste gebaut wird, zwischen diesen beiden Start- und Landebahnen liegen.

Auf die Frage, ob die ausschließliche Finanzierung aus Eigenkapital ohne Fremdmittel eine Vorbereitung auf eine mögliche Milliardeninvestition wie den Bau einer weiteren Landebahn sei, sagte Ofner: "Das wird man sehen. Was wir damit dokumentieren können ist, dass wir - sollte die Entscheidung positiv ausfallen, - wirtschaftlich jedenfalls in der Lage sind, auch eine solche Investition selbstständig und ohne Kapitalerhöhung und ohne große Schwierigkeiten für das Unternehmen zu tätigen."

Der Flughafen Wien hatte nach dem massiven Passagiereinbruch in der Pandemie die Pläne für die dritte Piste auf Eis gelegt. Vor der Corona-Krise war geplant, 2024 oder 2025 mit den Arbeiten zu beginnen. "Das Projekt ist nicht abgesagt", es könnte aber sein, dass sich das "einige Jahre nach hinten schiebt", hatte Ofner im Corona-Jahr 2021 gesagt. (red.)