Wien. (apa/sf) Die Zahl der Neugründungen in Österreich ist im ersten Halbjahr 2011 deutlich zurückgegangen. In den ersten sechs Monaten wurden 15.046 neue Unternehmen gegründet, das waren um rund 1000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Unternehmensgründungen liegt aber über dem Durchschnitt des vergangenen Jahrzehnts mit 15.031 neuen Betrieben, so Elisabeth Zehetner, die Bundesgeschäftsführerin des Gründerservice in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Im Gesamtjahr 2010 wurden 29.640 neue Unternehmen (ohne Personenbetreuer) gegründet.

Auffallend sei vor allem der Rückgang bei den GmbH-Gründungen, sagt Zehetner. Mit 1537 neuen GmbH wurden in der ersten Jahreshälfte um 17 Prozent weniger gegründet als im Vorjahreszeitraum. Der Anteil der GmbH an allen heuer gegründeten Unternehmen liegt bei rund acht Prozent, im Vorjahreszeitraum waren es noch 9,5 Prozent.

Die Wirtschaftskammer fordert daher die Einführung der GmbH-Light, für die nur mehr 10.000 Euro statt wie bisher 30.000 Euro als Stammeinlage erforderlich ist.

Frauenanteil konstant


Die meisten Neugründungen entfielen im ersten Halbjahr mit 14,3 Prozent auf die Gewerblichen Dienstleister, mit Abstand gefolgt von den Unternehmensberatern und der Informationstechnologie mit neun Prozent. Auf dem dritten Platz folgen Werbung und Marktkommunikation mit sechs Prozent oder 915 Gründungen.

Der Anteil der Gründerinnen blieb konstant: Im ersten Halbjahr 2011 waren knapp 40 Prozent aller Gründungen weiblich. Die beiden Hauptgründe für eine Unternehmensgründung mit jeweils mehr als 66 Prozent waren, das Ausmaß an Verantwortung als Angestellter in ein eigenes Unternehmen einzubringen und der Wunsch nach einer flexibleren Zeit- und Lebensgestaltung.

Im Vorjahr wurden 6549 Betriebe übernommen. Das ist deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 1998 bis 2010 von 5800 Übernahmen pro Jahr. Die meisten Übernahmen fanden im Vorjahr mit 32 Prozent im Bereich Tourismus und Freizeitwirtschaft statt, gefolgt von den Gewerbe- und Handwerksbetrieben und dem Handel.

Innerhalb der Fachgruppen erweist sich die Gastronomie mit Abstand als am übernahmestärksten. 2010 waren rund 1800 Gastronomie-Betriebe von einer Übernahme betroffen, das entspricht mehr als 27 Prozent aller Übernahmen.