Bei den Förderungen wird auch über eine Deckelung diskutiert. Sehen Sie eine Chance, dass diese kommt?

Österreich will einen Deckel, es gibt aber einige Staaten, die das überhaupt nicht wollen. Ich bin dafür, dass es bei größeren Betrieben eine Kürzung der Prämie gibt, weil die mit ihren Fixkosten besser umgehen können.

Wie hoch soll dieser Deckel sein?

Es geistern Zahlen von 300.000 Euro herum. Das ist etwas, worüber man reden kann.

Wie hoch ist der Schaden für die Gemüsebauern, der durch den Ehec-Verdacht verursacht wurde?

Wir haben den Schaden in Österreich mit 2,4 Millionen Euro beziffert. In Summe wird die EU 210 Millionen Euro für die Schäden zur Verfügung stellen.

Was glauben Sie, bekommt Österreich?

Das kann man jetzt nicht sagen, weil man nicht weiß, wie viele Schäden die anderen Ländern herein melden.

Die angedachten 50 Prozent Ersatz wird es wahrscheinlich also nicht geben?

Wir freuen uns über jeden Cent. Ziel ist es, so viel wie möglich zu erhalten.

Sie sprechen sich ja immer wieder für Biotreibstoffe aus. Der Biodiesel kommt allerdings nur zu einem Viertel aus Österreich. Woher kommt der Rest?

Der Rest kommt aus den europäischen Nachbarländern. Es wurden hier Nachhaltigkeitskriterien eingeführt, die garantieren, dass der Sprit aus nachhaltiger Produktion kommt und nicht aus Urwald-Rodung.

Experten weisen in diesem Zusammenhang immer wieder auf Preissteigerungen bei Lebensmitteln hin.

Das hängt nicht unmittelbar zusammen. Es steigen teilweise die Preise, weil wir Missernten haben. Die Spekulation kommt auch dazu. Wir sind gerade dabei, das Thema zu bearbeiten. Das ist aber ein harter Kampf und es gibt auch viel Widerstand von einigen Ländern.

Wie kann man Spekulationen verhindern?

Ich verlange Transparenz und Kontrolle. Ich verdamme die Börsen ja nicht, weil wir mit Futures und Waren-Termin-Geschäften die Preise stabilisieren.

Vor kurzem kam der Biomasse-Riese SWH ins Trudeln und viele andere Bio-Masse-Werke schreiben auch Verluste. Ist man da in der ersten Euphorie über das Ziel hinausgeschossen?

Ich bin für ein energieautarkes Österreich, weil die fossilen Energieträger für den Klimawandel verantwortlich sind und auch zu Ende gehen. Das heißt aber nicht, dass jedes Bio-Energiewerk gefördert werden muss. Es geht um Effizienz und auch um Steuergeld, das sorgsam verwaltet werden muss. Daher sollen effiziente Projekte gefördert werden. Es ist auch nicht auszuschließen, dass Projekte aufhören, weil sie nicht wirtschaftlich sind. Daher ist auch jedes Werk aufgefordert, eine ordentliche Betriebsführung zu machen und auch kostendeckende Preise zu machen.

Kommen die Förderungen von Ihnen oder von Wirtschaftsminister Mitterlehner?

Sowohl als auch.

Das heißt, SWH hat auch von Ihnen Geld bekommen?

Es ist davon auszugehen, dass die Förderung von der Kommunalkredit genehmigt worden ist.