Kriege und Krisen im Nahen Osten schlugen sich auch in der Bilanz der AUA nieder. - © Apaweb
Kriege und Krisen im Nahen Osten schlugen sich auch in der Bilanz der AUA nieder. - © Apaweb

Wien. Der Flug in die Gewinnzone ist schwerer als erwartet: In der ersten Jahreshälfte 2011 musste die AUA (Austrian Airlines) einen operativen Verlust von 63,1 Mio. Euro verbuchen, bei einem Umsatz von 1,018 Mrd. Euro (minus 0,7 Prozent).

Das Minus der Lufthansa-Tochter lag damit nur leicht unter dem Halbjahresverlust vom Vorjahr (68,7 Mio. Euro), das von der Aschewolke über Europa belastet war.

Wegen der Unruhen in Nahost und dem Japan-Beben blieben in den ersten Monaten heuer wichtige Erträge aus. Auch der hohe Ölpreis war ergebnisbelastend, teilte die AUA Donnerstagfrüh mit. Laut Lufthansa ist die AUA wie auch die "Schwester" bmi im ganzen Lufthansa-Konzern am stärksten von den aktuellen Krisen betroffen.

Trotzdem halten die AUA-Chefs an den Zielen für 2011 fest: "Die Rahmenbedingungen sind natürlich schwierig. Aber wir arbeiten hart daran, unser Ergebnisziel für heuer - ein positives operatives Ergebnis - dennoch zu erreichen", teilten die Vorstände Peter Malanik und Andreas Bierwirth mit.   Das Bruttoergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Wertberichtigungen (Ebitda) war im ersten Halbjahr positiv bei 39,3 Mio. (7,7 Mio.) Euro.

Dass es trotz der Krisen gelungen sei, das Ergebnis zu verbessern, führt der Vorstand auf das seit eineinhalb Jahren laufende Sanierungsprogramm zurück. Der Flugplan wurde angepasst: In den von den Unruhen betroffenen Nahostmärkten habe die Airline die angebotene Kapazität um 40 Prozent reduziert. Diese Kosteneinsparungen würden im dritten Quartal voll wirksam. Auf der Strecke Wien-Tokio zeichne sich eine Erholung ab.
Im ersten Halbjahr hat die AUA die Passagierzahl insgesamt um 1,9 Prozent auf 5,1 Millionen erhöht. Die Auslastung lag bei 70,8 Prozent. Das Unternehmen beschäftigte zum Stichtag Ende Juni 6.898 Mitarbeiter (Juni 2010: 7.557).

Festhalten an der schwarzen Null

Mit Ertragsausfällen und Zusatzkosten von rund hundert Millionen Euro ist die AUA (Austrian Airlines) im heurigen Jahr 2011 konfrontiert, erklärten die AUA-Chefs Peter Malanik und Andreas Bierwirth am späteren Vormittag auf einer Pressekonferenz, dass sie am Ergebnisziel, einer schwarzen Null, festhalten. Mit derart massiven Problemen, wie sie im heurigen ersten Halbjahr auftraten, "wäre die AUA vor einigen Jahren völlig am Ende gewesen", sagte Malanik.

"Wir werden versuchen, es trotzdem noch hinzukriegen", sagte er mit Blick auf das Ergebnisziel. "Wir arbeiten hart daran, noch heuer die schwarze Null zu erreichen. Wenn nicht heuer, dann nächstes Jahr". Vor dem 31. Dezember werde das Gewinnziel für heuer nicht aufgegeben, versicherte das Management.

Die Konzernmutter Lufthansa hat heute berichtet, dass die Krisen in Nahost und Nordafrika und die Bebenkatstrophe in Japan den Konzern heuer rund 200 Mio. Euro kosten dürften. Für die AUA bezifferte Bierwirth heute den voraussichtlichen Anteil daran mit 40 Mio. Euro.

Im bisherigen Jahresverlauf habe die AUA die Kerosinverteuerung schon 40 Mio. Euro gekostet, zweistellig lasteten zudem die Euro/Dollar-Kursausschläge am Ergebnis, im "mindestens" zweistelligen Millionenbereich bezifferte Bierwirth die neue Flugsteuer, die ja zum Teil nicht an die Passagiere weiter gegeben werden könne.