Wien.

(kle) Willkommener Geldregen für die Republik: Heuer wird die Bawag dem Bund neben jenen Steuern, die schon bisher zu zahlen waren, alles in allem zusätzlich 71,6 Millionen Euro abliefern. Für die neue Bankensteuer muss das fünftgrößte heimische Geldinstitut 20,4 Millionen berappen, zudem fallen für die - Ende 2009 erhaltene - Staatshilfe Zinszahlungen in Höhe von 51,2 Millionen Euro an.

Derzeit sei nicht geplant, das staatliche Kapital (550 Millionen) vorzeitig zurückzuzahlen, erklärte Bankchef Byron Haynes am Mittwoch bei der Vorlage der Halbjahresbilanz. Die Bawag befindet sich damit in guter Gesellschaft mit anderen hiesigen Großbanken, die beim Bund während der Finanzmarktkrise Kapitalhilfen abgerufen haben. Bis dato hat lediglich die Erste Bank angekündigt, das vom Steuerzahler zugeschossene Kapital vor der Zeit retournieren zu wollen. Dies ist für den Spätsommer in Aussicht gestellt - im Moment stehen noch behördliche Genehmigungen aus.

Neue Abgabe belastet


So wie bei anderen Finanzhäusern hat die neue Bankenabgabe, die quartalsweise abzuführen ist, auch bei der Bawag das Halbjahresergebnis belastet. Netto verdiente die einstige Gewerkschaftsbank, die seit Mitte 2007 dem US-Fonds Cerberus gehört, mit 78,5 Millionen Euro um fast ein Fünftel weniger als in der ersten Hälfte 2010. Dass der Gewinn geringer ausfiel, war allerdings auch Folge eines schwächeren Handelsergebnisses (das bei Banken wegen der Börsen im Regelfall stark schwanken kann).

Dennoch will Haynes im Gesamtjahr 2011 unter dem Strich mehr Gewinn einfahren als 2010 (121,8 Millionen Euro). Was dabei helfen könnte, sind vor allem die Risikokosten für faule Kredite, die seit nunmehr neun Monaten sinken (allein im Halbjahr um 28,5 Prozent auf 78,9 Millionen Euro).

Am freiwilligen Umschuldungsprogramm der Banken für Griechenland nimmt die Bawag nicht teil. Der Grund: Sie hält nur geringe Bestände an hellenischen Bonds. Im Halbjahr musste deren Wert um 10 Millionen Euro berichtigt werden.