Wien.

Als Landwirt ist man den Launen der Natur ausgesetzt. Und jenen der Märkte. - © APAweb/dpa/Jan Woitas
Als Landwirt ist man den Launen der Natur ausgesetzt. Und jenen der Märkte. - © APAweb/dpa/Jan Woitas
(rb) Wenn es nach Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich geht, sollen die heimischen Landwirte besser gegen Einkommensausfälle abgesichert werden. Die Bauern würden nämlich "meist unverschuldet zum Handkuss kommen". Als Beispiele nennt er etwa die Absatzrückgänge der Gurkenbauern nach dem Bekanntwerden der ersten Ehec-Fälle. Die Absicherung sei aber nicht nur wegen unerwarteter Ereignisse notwendig, sondern auch wegen der volatilen Preise und der damit verbundenen Einkommensschwankungen.

Die Absicherung hat aber ihren Preis: Laut einer aktuellen Studie, die der Minister in Auftrag gegeben hat, würde ein "Einkommensstabilisierungsprogramm" für Österreichs Bauern, das mit den Spielregeln des Welthandels konform geht, die öffentliche Hand pro Jahr durchschnittlich zwischen 100 und 150 Millionen Euro kosten.

Im Jahr 2009 sind die Median-Einkommen der Bauern laut Studie im Vergleich zu 2006 bis 2008 um 14,6 Prozent zurückgegangen und knapp 29 Prozent der Landwirte erlitten im Jahr 2009 einen Einkommensrückgang von mehr als 30 Prozent. Der Grund dafür: 2007 und 2008 sind die Getreidepreise massiv angestiegen und dann allerdings wieder stark gesunken.

Bei einer gut dotierten Absicherung erwartet Studienautor Franz Sinabell vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) eine "stärkere Spezialisierung der Betriebe". Die Landwirte würden dadurch gewinnen und wettbewerbsfähiger werden, da ein Teil des Risikos auf den Steuerzahler überwälzt werde, erklärt der Wirtschaftsforscher.

Die möglichen Ausfallinstrumente sollen nach Ansicht von Berlakovich aber "keine Hängematte" bedeuten, sondern "zusätzliche Sicherheiten" bringen. Die Landwirte selbst seien aber auch aufgefordert, sich selbst besser abzusichern, betont Berlakovich, der für eine Stärkung der Eigenvorsorge plädiert.