• vom 05.09.2011, 08:02 Uhr

Österreich

Update: 05.09.2011, 18:37 Uhr

Hauptversammlung am 28. September

A-Tec wird von Käufer Contor filetiert




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  • Beteiligungsverkäufe bringen knapp 200 Millionen Euro.

A-Tec nimmt Contor-Angebot an. - © APAweb / Georg Hochmuth

A-Tec nimmt Contor-Angebot an. © APAweb / Georg Hochmuth

Wien. Mit dem Montagfrüh bekanntgegebenen Verkauf der angeschlagenen A-Tec an den formellen Käufer Contor hat Mirko Kovats seinen Wunschkandidaten durchgebracht. Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) geht nun davon aus, dass damit auch am 30. September die zur Erfüllung der 47-Prozent-Quote notwendigen 210 Millionen Euro cash bei Treuhänder Matthias Schmidt eintreffen werde. Contor wird den Mischkonzern filetieren, lediglich der Werkzeugmaschinenbauer Emco wird bei der A-Tec verbleiben. Die A-Tec-Hauptversammlung, die den Kauf absegnen soll, ist für den 28. September anberaumt.


Die am 25. 6. 2011 im Firmenbuch eingetragenen Contor Industries Gmbh gehört dem ehemaligen A-Tec-Mitarbeiter und selbstständigen Berater Thomas Schätti. Das Angebot des "rechtlichen Vehikels" Contor mit derselben Firmenadresse wie die A-Tec sieht den Verkauf der steirischen Motorentochter ATB Austria Antriebstechnik an die chinesische Wolong vor, die Minerals & Mines Holding GmbH (Brixlegg) geht an den US-Investor Solstice International Investments, hinter dem der pakistanische Milliardär Alshair Fiyaz stehen soll. Das seit 2006 stillgelegte Kraftwerk Voitsberg übernimmt der Palm Square International FZC, der das Kohlewerk vermutlich in Österreich abbauen und in der Dritten Welt aufbauen will. Mit der verbleibenden Emco will A-Tec an der Börse bleiben.

Der Deal soll der A-Tec knapp 200 Millionen bringen. Rund 30 Millionen Euro sind laut Kantner durch Verkäufe bereits in der Masse, so dass für die Befriedigung der Gläubiger ausreichend Geld vorhanden sein werde. Ob sich auch eine Superquote ausgehen werde, könne er derzeit noch nicht sage. Dazu sei es noch zu früh. Wenn das Geld kommt, könne man jedenfalls zufrieden sein.

Die A-Tec ringt seit vergangenem Herbst ums Überleben. Am 20. Oktober 2010 musste der Mischkonzern Insolvenz anmelden, weil die australische Anlagentochter der AE&E in finanzielle Schwierigkeiten schlitterte. Es folgte die Insolvenz der Anlagentochter AE&E im November. Noch vor Jahresende wurde die AE&E, das Herzstück der A-Tec, an den steirischen Anlagenbauer Andritz um rund 10 Millionen Euro plus Haftungsübernahmen im Ausmaß von mehr als 100 Millionen Euro verkauft.

Ende Dezember nahmen die Gläubiger den vorgelegten Sanierungsplan mit einer Quote von 47 Prozent plus einer möglichen Superquote an. Bis Ende Juni hatte ein Investor die Möglichkeit, verbindliche Angebote für den Mischkonzern zu legen, der bis 30. September die notwendigen 210 Millionen Euro auf den Tisch legt. Bis zuletzt wurde um eine Lösung gerungen. Bereits im Juli legte die slowakisch-tschechische Finanzgruppe ein Angebot, genannt wurde auch der Hedgefonds Springwater. Zum Zug kam dann  Kovats-Favorit Contor. Zuvor hatte Kovats überraschend seinen Rücktritt bis zum Jahresende angekündigt.



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Dokument erstellt am 2011-09-05 08:03:10
Letzte Änderung am 2011-09-05 18:37:48


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