• vom 03.10.2011, 09:11 Uhr

Österreich

Update: 03.10.2011, 15:55 Uhr

A-Tec

Kovats greift zum Rundumschlag




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  • A-Tec-Gründer macht Penta, Banken und Gläubigerschützer für Pleite verantwortlich
  • Gläubigervertreter Rasinger ortet "Anzeichen für Realitätsverlust"

Ein weiterer Teil der A-Tec wurde verkauft. - © APAweb/Georg Hochmuth

Ein weiterer Teil der A-Tec wurde verkauft. © APAweb/Georg Hochmuth

Wien. "Ein erfahrener Pleitier mit über 30 Insolvenzen" - so charakterisierte Gläubigerschützer Wilhelm Rasinger A-Tec-Vorstand Mirko Kovats noch am Sonntag. Der will das nicht auf sich sitzen lassen. Und macht Rasinger gemeinsam mit den finanzierenden Banken und den tschechischen Interessenten Penta Investments für das Scheitern der A-Tec-Sanierung verantwortlich.


Das vor einem Jahr in die Pleite geschlitterte Unternehmen hätte Gläubigern bei einem Erfolg des Sanierungsplans noch 210 Mio. Euro gebracht. Statt der ursprünglich angepeilten 47 Prozent werde nun aber eine 30-Prozent-Quote angestrebt, sagte Kovats. Eigene Fehler räumte er nur insoweit ein, als er 2008 die Krise unterschätzt und daher falsche unternehmerische Entscheidungen getroffen hätte. "Alle haben verloren, und das ist schade."

Er selbst sei mittlerweile "fast mittellos, ich habe nur ein paar Kredite und ein geleastes Haus" und müsse versuchen, einen Privatkonkurs abzuwenden. "Es wird eine harte Zeit". Kovats wies mediale Mutmaßungen zurück, nach denen er Teile seines Vermögens ins Ausland geschafft habe. Er wolle nicht auswandern, sondern in Österreich bleiben, gab er zu Protokoll. Kovats ist formell ebenso wie sein Partner Christian Schmidt nach wie vor Vorstand der A-Tec, zivilrechtlicher Eigentümer ist aber der Treuhänder der Gläubiger, Matthias Schmidt.

Penta trägt nach Ansicht von Kovats die Hauptschuld
  Ausschlaggebender Moment für das Scheitern des Sanierungsplans ist nach Darstellung von Kovats der Interessent Penta, der durch eine Klage samt einstweiliger Verfügung das Abspringen eines pakistanischen Investors ausgelöst habe. Auch sei Penta nicht bereit gewesen, Informationen über die Herkunft seines Kapitals zu geben. Im Verkaufsprozess hatte Kovats Penta unterstellt, mit KGB-Geld finanziert worden zu sein - was Penta zurückgewiesen hat.

Darüber hinaus sei Rasinger (Interessenverband der Anleger IVA) monatelang "durch Wien gerannt und hat eine Auflösung der Holding verlangt. Die Banken, die gerne Aktien und Anleihen des Unternehmens verkauft hätten, hätten die A-Tec bei ihrem Bemühen um eine "österreichische Lösung" hängen lassen. Gläubigervertreter Rasinger ortete bei den Aussagen des Vorstandschefs indes "Anzeichen für den weitgehenden Realitätsverlust" von Mirko Kovats. Er, Rasinger, selbst sei nur insoweit verantwortlich, "als ich trotz dreier Klagen von Kovats noch intensiver vor der A-Tec und ihrer Geschäftspolitik hätte warnen sollen". Er habe seit dem Börsegang so intensiv gewarnt, wie es ihm möglich gewesen sei, "und wer rechtzeitig darauf gehört hat, hat sich viel ersparen können", sagte Rasinger.

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Dokument erstellt am 2011-10-03 09:12:24
Letzte Änderung am 2011-10-03 15:55:52


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