Wien. (apa/rb) Bei den Verhandlungen über den Kollektivvertrag (KV) für Metallindustrie und -gewerbe geht es heute, Dienstag, erstmals um konkrete Ziele: Die Gespräche dürften voraussichtlich zäh verlaufen, da sie nach einem für die Betriebe zwar hervorragenden Jahr nun im Schatten der Euro-Krise und einer schwächelnden Industriekonjunktur stehen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer haben gute Argumente, warum es einen deutlichen beziehungsweise einen moderaten Lohn- und Gehaltsabschluss geben müsste.

Erst vor wenigen Tagen hatten Wifo und IHS ihre Wachstumsprognosen halbiert, aus Deutschland kommen ähnliche Kassandrarufe. Damit könnten die noch vor einem Monat von den Industrievertretern schon indirekt zugestandene drei Prozent KV-Erhöhung plus einer nennenswerten Einmalzahlung ins Wanken geraten.

Verweis auf hohe Gewinne


Die Gewerkschafter geben sich freilich weiter kämpferisch, selbst ein Abschluss auf niedriger 3-Prozent-Hürde ist ihnen angesichts der hohen Inflation von zuletzt 3,4 Prozent und der im abgelaufenen Jahr brummenden Industriekonjunktur zu wenig. Sie verweisen auf die hohen Gewinnausschüttungen an Aktionäre und Manager. Knackpunkt bei den heurigen Gesprächen dürften die Einmalzahlungen sein. Die Gewerkschaft will ein Plus durch Prozenterhöhungen des Ist- und Mindestlohnes, da dieser Wert die Basis für weitere Verhandlungen ist. Die Arbeitgeber wollen die Mitarbeiter aber mit Einmalzahlungen an der guten Lage teilhaben lassen.

Ein weiteres Thema sind Sonder-KV-Runden für Frauen: Wenn es nach der Gewerkschaft geht, soll die Einkommensschere dadurch geschlossen werden. Die Gewerkschaft werde jedenfalls bei allen KV-Runden die Anrechnung von Karenzzeiten für die Lohn- und Gehaltsentwicklung thematisieren, hieß es im Vorfeld des heutigen "Equal Pay Day".