Wien. (kle) Eine bittere Pille für Bank-Austria-Chef Willibald Cernko: Die US-Ratingagentur Moody’s hat den Daumen gesenkt und die Bonität der Wiener Großbank heruntergestuft. Grundsätzlich verteuert ein schlechteres Rating die Refinanzierung. Die Bank Austria wird hier nun mit höheren Kosten konfrontiert sein.

Konkret hat Moody’s das Langfrist-Rating für Verbindlichkeiten und Einlagen, das bisher mit A1 bewertet war, auf A2 zurückgenommen - und das bei negativem Ausblick. Der Grund: Die in Österreich und Osteuropa tätige Bank Austria wird von der italienischen Großbank Unicredit kontrolliert - und deren Bonitätsnote hat Moody’s ebenfalls gesenkt (von Aa3 auf A2), nachdem es für die Kreditwürdigkeit Italiens bereits am Dienstag, wie berichtet, ein scharfes "Downgrading" setzte.

"Ausreichend kapitalisiert"

Die Unicredit-Gruppe sitzt auf italienischen Staatsanleihen im Volumen von mehr als 40 Milliarden Euro. Vor dem Hintergrund der Schuldenkrise sind diese Papiere so wie Griechen-Bonds von weiteren Abschreibungen bedroht. Zuletzt ist der Unicredit ein neuerlicher milliardenschwerer Kapitalbedarf nachgesagt worden. Ob das Mailänder Institut über eine Kapitalerhöhung frisches Geld aufstellen wird oder nicht, will Konzernchef Federico Ghizzoni noch vor Jahresende entscheiden. Derzeit sei die Bank aber "ausreichend kapitalisiert", wie er betont.

Die Ratingagenturen haben die Kreditwürdigkeit von Banken und Firmen in Italien zuletzt immer schlechter bewertet. Da sie wegen der Staatsschuldenkrise alarmiert sind und mittlerweile auch etliche Osteuropa-Banken mit Argusaugen beobachten, gehen Experten davon aus, dass die Bank Austria nicht die letzte Großbank in Österreich ist, die heruntergestuft wird. Erste Group Bank und Raiffeisen Bank International könnte es ebenfalls erwischen.