Wien. Wenn es nach den Vorstellungen der Elektronik-Entwickler geht, sollen in naher Zukunft aus den Fernseh-Geräten Medienzentren à la Smartphone geschaffen werden. Vermarktet wird die neue Technologie unter dem Namen "Smart TV". Mit dem breiten multimedialen Angebot von Smartphones kann "Smart-TV" allerdings noch nicht mithalten. Grund dafür ist, dass es zu wenig Applikationen (Apps) für TV-Geräte der neuen Generation gibt.

Aber nicht nur die fehlenden Apps, auch die eher umständliche Steuerung in der Regel mittels Tablet-PC, Smartphones oder Notebooks könnte der Grund sein, warum die Geräte bei den Kunden nicht ankommen.

Obwohl Produzenten wie Philips, LG, Sony oder Samsung bereits die ersten TV-Geräte in Österreich anbieten, ist die Resonanz aber noch verhalten. Laut Gerald Reitmayr, Leiter für Verbraucherelektronik bei Samsung, wissen nur "wenige Österreicher, dass es "Smart-TV" überhaupt gibt. Es seien zwar 60 Prozent der verkauften Samsung-Fernseher "Smart-TVs", diese würden aber eher wegen des Aussehens und der Qualität gekauft.

Aktiver Nutzer

Wer sich entscheidet, das "smarte" Gerät mit all seinen Funktionen zu nützen, kann dann beispielsweise während der Werbung auf das Social-TV-App klicken und ist sofort mit Facebook oder Twitter verbunden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, exklusive Online-Inhalte zu nutzen. Aber sind all diese Aktivitäten auch das, was der Konsument will?

Bertram Gugel ist deutscher Online- und Videoexperte und widmet sich in seinem Blog "Digitaler Film" der Konvergenz von TV und Internet. Er gibt zu bedenken, dass der Zuseher sich nicht mehr passiv berieseln lassen kann, sondern mit dem Internet-TV zum aktiven Nutzer wird. Er glaubt aber, dass die Vernetzung auf die eine oder andere Art passieren wird. Das Fernsehen brauche das Internet sogar, um neue Nutzungsbedürfnisse der Konsumenten abzudecken. "Der Fernseher wird einfach zu einem Bildschirm und ich entscheide, was darauf läuft", so Gugel.

Viren-Gefahr vorhanden

Während die Entwicklung in den USA schon zum Alltag geworden ist, steckt sie in Europa und Österreich noch in den Kinderschuhen. Als Grund dafür nennt etwa der Wiener Internet- und Kabel-TV-Anbieter UPC, dass die von den verschiedenen Plattformen angebotenen Inhalte derzeit noch nicht in entsprechend hoher Qualität zur Verfügung stünden.

Dass via "Smart TV" Viren und Trojaner auf dem Gerät landen, kann nicht ausgeschlossen werden. Der Unterschied zum herkömmlichen Computer ist, dass sich die virtuellen Schädlinge dann eben im TV-Gerät breitmachen.

"Smart-TV" bietet nicht nur eine einfache Wiedergabe des Fernsehprogramms, sondern auch einen Zugang zu einer Fülle von Online-Angeboten. Erhältlich sind diese über Applikationen (Apps). Diese Anwendungen bieten Zugriff auf Internetangebote wie YouTube-Videos, Online-Videotheken, Musik-Services, Homepages von Zeitungen oder diverse Spiele. Außerdem ermöglichen die Applikationen die virtuelle Kommunikation mit Familie, Freunden oder Bekannten via Facebook, Twitter oder ähnlichen sozialen Netzwerkseiten. Bedient wird "Smart-TV" größtenteils noch über Tablet-PCs, Smartphones oder Lap-Tops.

Stichwort: Smart-TV