Wien. (rb) Die heimischen Gemüsebauern jammern einmal mehr. Schuld an dem Lamento sind der kalte Juli und der Darmkeim Ehec, der im Frühsommer zehntausenden Menschen die Lust auf Gemüse verdorben hat.

Für Österreichs größte Gemüsevermarktungsgenossenschaft, die LGV-Frischgemüse, hatten diese zwei Faktoren zur Folge, dass der Umsatz zwischen Jänner und September im Jahresabstand um 7,2 Prozent auf 64 Millionen Euro gesunken ist. Die abgesetzte Menge blieb mit 46.000 Tonnen konstant, sagte LGV-Vorstand Gerald König. Für das Gesamtjahr 2011 wird mit einem Umsatzminus von fünf Prozent gerechnet.

Aber nicht nur Ehec und schlechtes Wetter belasteten die 300 Gemüsebauern, die LGV beliefern. Auch die Konkurrenz aus dem eigenen Garten war zu spüren. König nennt das mit einem Augenzwinkern den "Fiona-Effekt". Zu beobachten war die Eigenbau-Konkurrenz vor allem bei den Paradeisern im August. Wurden im Juli rund 1300 Tonnen Tomaten pro Woche verkauft, waren es im August nur mehr 800 Tonnen pro Woche.

Premium-Gemüse legt zu

Die Paradeiser-Umsätze lagen im August mit 2,1 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahr. Inzwischen haben sich die LGV-Umsätze bei den Tomaten erholt und das Vorjahresniveau erreicht. Auch die Umsätze der Gurken, die kurze Zeit im Verdacht standen, Ehec auszulösen, haben sich wieder erholt. Geholfen hat dabei auch, dass die Exporte um 20 Prozent zugelegt haben.

Während das "normale" LGV-Gemüse im Sommer gelitten hat, legte das Premium-Gemüse (ausgewählte Paradeiser-Sorten, Mini-Gurken oder Chili-Mix) zu. Hier wurde ein Umsatzplus von 6,2 Prozent auf 10,6 Millionen Euro erzielt, sagte König.