Wien.Die Kaffeekapseln von Nespresso verlieren ihr Monopol. Ab nächster Woche sind im österreichischen Lebensmittelhandel Kapseln erhältlich, die mit den Nespresso-Maschinen kompatibel, aber nicht aus dem Haus der Schweizer Firma sind.

Rewe bietet die Kapseln in fünf Sorten an und verkauft sie vorerst bei Billa und Merkur. Eine Listung bei Adeg und Sutterlüty ist angedacht, heißt es aus dem Konzern. Der Preis der Kapseln liege um 15 bis 25 Prozent unter jenen der Schweizer. Anders als bei Nespresso werden die Rewe-Kapseln aus vollständig biologisch abbaubarem Material hergestellt. Produziert werden die Kapseln von der Ethical Coffee Company, deren Chef Jean-Paul Gaillard ist. Detail am Rande: Gaillard war selbst einmal Nespresso-Manager. 1991 übernahm er die Führung der Nestlé-Tochter und führte das Unternehmen zum Erfolg, nachdem das System zuvor gefloppt war. Er war auch der Mann, der die Idee des exklusiven Nespresso-Clubs ins Leben rief.

Angst vor Nespresso, das bisher gegen Produzenten, deren Kapseln in die Nespresso-Maschinen passen, juristisch vorgegangen ist, hat Gaillard nicht. Es gebe bei seinen Kapseln keine Patentverletzungen, sagte er zur "Wiener Zeitung". Die Idee hinter den Kapseln sei nicht gewesen, Nes-presso zu attackieren, sondern den Konsumenten eine Alternative zu bieten, erklärt Gaillard seine Motivation. Darüber hinaus sei es auch gut, wenn Konkurrenz den Markt belebt, ist der Ex-Nespresso-Manger überzeugt.

Auch Spar verkauft Kapseln

Aber nicht nur Rewe, sondern auch Spar möchte Nespresso das Wasser abgraben. Produziert werden die Kapseln, die bis zu 23 Prozent günstiger als die von Nespresso sind, aber nicht von der Ethical Coffee Company, sondern von einem italienischen Familienunternehmen in Turin. Die "Casa del Caffè Vergnano" stellt für die Spar-, Eurospar- und Intersparmärkte vier Sorten Kaffee her. "Ich bin stolz, dass es uns gelungen ist, endlich das langjährige Nespresso-Verkaufsmonopol zu knacken", sagte Spar-Chef Gerhard Drexel zum Verkaufsstart.

Bei Nespresso zeigt man sich von der Konkurrenz unbeeindruckt. Obwohl es weltweit 40 Mitbewerber gebe, sei man in den vergangenen zehn Jahren jährlich zweistellig gewachsen, sagte Dietmar Keuschnig, Chef von Nes-presso-Österreich.