Wien. Bei der Hauptversammlung der Volksbank AG (ÖVAG) kommende Woche dürften noch keine Beschlüsse zur De-facto-Fusion mit dem Volksbankensektor gefasst werden. So soll es "nur" darum gehen, die Beschlüsse zur Verschmelzung der Investkredit rückgängig zu machen. Außerdem werden die Aktionäre eine Herabsetzung des eingezahlten Kapitals beschließen.

Erst in einem nächsten Schritt werden die 62 Volksbanken unwiderruflich an ihr Spitzeninstitut festgezurrt. Dies soll möglich werden, weil es ein Weisungsrecht der ÖVAG für die Sektorbanken geben wird. Personal- und Kapitalmaßnahmen werden dabei zentralisiert, was den Sektorinstituten wenig schmeckt. Nur mit dem Kapital der örtlichen Volksbanken kann die ÖVAG gerettet werden. Da sich der Verkauf der VB International verzögert, hängen auch alle anderen Maßnahmen in der Luft. Der Käufer, die russische Sberbank, will dem Vernehmen nach einen Preisnachlass von 580 auf 500 Millionen Euro.

Aus Bankenkreisen war zu hören, dass die Gespräche mit dem Raiffeisensektor wieder aufgenommen wurden. Es geht darum, den 6-prozentigen Anteil der ÖVAG an der RZB zu verkaufen. Dafür hatte es schon einen unterschriftsfertigen Vertragsentwurf gegeben. Ein in letzter Minute von Raiffeisen verlangter Preisnachlass von 20 Millionen Euro soll die Volksbanker aber so in Rage versetzt haben, dass der Deal platzte.