Die Westbahn will das Rauchen im Zug wieder gestatten. - © APAweb / dapd / Hans Punz
Die Westbahn will das Rauchen im Zug wieder gestatten. - © APAweb / dapd / Hans Punz

Wien. Am ersten Betriebstag der privaten Konkurrenz hat Verkehrsministerin Doris Bures (S) die Partnerschaft des kommerziellen Bahnbetreibers Westbahn und der ÖBB betont und den Bahnausbau verteidigt. "Als Verkehrsministerin freue ich mich über ein zusätzliches Angebot auf der umweltfreundlichen Schiene. Das ist gut für die Fahrgäste und die Umwelt", so Bures in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

Wo es wie auf der Westbahnstrecke eine gut ausgebaute moderne Schieneninfrastruktur gebe, dort würden auch Angebot und Nachfrage steigen, konstatiert die Ministerin. "Herr Haselsteiner hat sich ja nicht zufällig die Westbahnstrecke ausgesucht."

Deshalb  werde sehr viel in den Ausbau weiterer Strecken investiert. "Auch die Südbahn werden wir zu einer modernen Hochleistungsstrecke ausbauen", verspricht die Ministerin.

ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf streute der Westbahn am Samstag in einer Aussendung ebenfalls Rosen. "Die ÖVP zollt den neuen Pionieren im Bahnwesen größten Respekt, die den übermächtigen bisherigen Monopolisten ÖBB nicht fürchten", so Kopf. Die ÖVP habe an den Wettbewerb im Bahnbereich hohe Erwartungen, mehr Bahnunternehmen bedeuteten eine bessere Qualität für die Fahrgäste und die Güterverkehrskunden. Daher sei das "trotz widriger Umstände aufkeimende Wettbewerbspflänzchen Westbahn" zu hegen und zu pflegen, damit sich das "mutige Unternehmertum" entfalten könne.

Die Westbahn fährt seit Sonntag mit dem Beginn des Winterfahrplans elfmal täglich von Wien nach Salzburg sowie retour. Da die ÖBB ihre 72 Verbindungen auf der Strecke aufrechterhalten, haben Kunden auf dieser stark frequentierten Strecke nun ein breites Zugangebot. Doch auch Bahnfahrer in ganz Österreich könnten die Folgen der Liberalisierung spüren, allerdings in der Geldbörse: Wenn die von der Westbahn angekündigte Klage gegen die ÖBB-Preisaktionen Erfolg hat, müsste die Bundesbahn ihre Billigtickets in ganz Österreich einstellen.

Die Westbahn ist ein Projekt des Ex-ÖBB-Personenverkehrsmanagers Stefan Wehinger mit dem Baulöwen Hans-Peter Haselsteiner und der französischen Staatsbahn SNCF. Der Strabag-Chef hält über seine Haselsteiner-Privatstiftung 25,93 Prozent an der Westbahn-Muttergesellschaft Rail Holding AG, ebenso hoch ist der Anteil der Stefan Wehinger Beteiligungs- und Beratungs GmbH und der französischen Staatsbahn. Mit 22,21 Prozent ist die Schweizer Augusta Holding AG beteiligt, laut Wehinger eine Gruppe von Schweizer Finanzinvestoren, die von Erhard Grossnig vertreten wird. Als Geschäftsführer agiert der Vorarlberger Wehinger.