Wien. (sf) "Die Last der Arbeitslosigkeit tragen vor allem Unqualifizierte", sagte AMS-Vorstandsvorsitzender Herbert Buchinger am Montag bei einer Veranstaltung der Arbeiterkammer (AK). Das AMS setzt seinen Schwerpunkt daher erneut auf Unqualifizierte, die "Hilfe am meisten nötig haben", so Buchinger.

Das Grundproblem der Vermittlung von Unqualifizierten ist noch immer nicht gelöst: Von den 800.000 Arbeitnehmern in dieser Gruppe seien 144.000 pro Jahr zumindest zeitweise arbeitslos. Wenn davon 15.000 Personen eine zweijährige Berufsausbildung erhalten würden, koste das 450 Millionen Euro, rechnete Buchinger vor. Das AMS-Förderbudget liegt heuer bei 983 Millionen Euro und wird 2012 leicht auf 985 Millionen Euro aufgestockt.

In einer "Drehtür" gefangen

Die AK fordert mehr Unterstützung für jenes Drittel der Arbeitssuchenden, das in einer "Drehtür" zwischen kurzfristigen und niedrigqualifizierten Beschäftigungsverhältnissen mit häufigen Perioden von Arbeitslosigkeit gefangen ist. Für diese instabil Beschäftigten, Migranten, Frauen und älteren Arbeitnehmer wünscht sich die AK eine Laufbahnberatung und -entwicklung mit dem AMS. Eine nachhaltige Integration am Arbeitsmarkt könne mit modularer Weiterbildung erreicht werden, bei der in Phasen der Arbeitslosigkeit eine zusammenhängende Ausbildung absolviert wird.

Eine große Herausforderung für die Arbeitsmarktpolitik seien Jugendliche ohne Ausbildung, sagte Sozial- und Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer: "Jedes Jahr verlieren wir 10.000 Jugendliche, die keinen Schulabschluss machen, keine Ausbildung nach dem Hauptschulabschluss beginnen oder die Ausbildung abbrechen."

2012 startet daher das Jugendcoaching, bei dem Jugendliche zum Berufs- oder Ausbildungsweg nach der Pflichtschule beraten werden - anfangs in Wien und der Steiermark. "Jeder Arbeitslose, den wir in Beschäftigung bringen und halten, bringt uns 27.000 Euro weniger Ausgaben", betonte Hundstorfer.