Wien. (ede) Ein Job in einer verantwortungsvollen Position kann an die Nieren gehen: Ein Viertel der österreichischen Führungskräfte hat gesundheitliche Probleme, nur 14 Prozent orten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Job und Privatleben. Das hat eine Befragung von rund 200 Managern (davon 21 Prozent Frauen) ergeben, die das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) gemeinsam mit der Wiener Städtischen Versicherung im November durchgeführt hat.

Erfahrungen mit Burnout sind nicht selten: Ein Prozent der Befragten konstatiert bei sich selbst ein akutes Burnout-Problem, weitere 6 Prozent fühlen sich knapp davor. 7 Prozent gaben an, in der Vergangenheit vom Zustand des Ausgebranntseins betroffen gewesen zu sein. "Addiert man diese Angaben, dann ist jeder siebte Manager von Burnout betroffen", sagte Viktor Wagner, stellvertretender Bundesvorsitzender des WdF, am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Generell seien von Burnout mehr Frauen und auch mehr Beschäftigte der zweiten Führungsebene betroffen.

Als persönliche Risikofaktoren werden Stress/psychische Belastungen (59 Prozent), Bewegungsmangel (52 Prozent) sowie Über- oder Untergewicht (42 Prozent) am häufigsten genannt - diese Werte waren in der Umfrage von vor zwei Jahren noch niedriger. Besser schaut es hingegen mit dem Laster Rauchen aus: 12 Prozent gaben es als persönlichen Risikofaktor an, 2009 waren es noch 16 Prozent gewesen. Auch die Ernährungsgewohnheiten haben sich offenbar gebessert: Mit ungesunder Ernährung kämpfen derzeit 29 Prozent der Befragten, nach 35 Prozent vor zwei Jahren.

Wandern beliebter als Golfen


Zum Ausgleich setzen fast drei Viertel (72 Prozent) auf sportliche Aktivitäten beziehungsweise Bewegung. Wandern und Skitouren (46 Prozent) stehen dabei an oberster Stelle, gefolgt von Skifahren (46 Prozent), Radfahren (40 Prozent), Joggen (38 Prozent), Fitness-Studio (33 Prozent) und Schwimmen (21 Prozent). Weit abgeschlagen ist der Golfsport, ihn betreiben nur 16 Prozent der befragten Führungskräfte. Noch weniger - 7 Prozent - spielen Tennis. Nur Fußball (5 Prozent) und Hallensport (5 Prozent) haben noch weniger Anhänger.

Die in den Unternehmen angebotene betriebliche Gesundheitsvorsorge wird nur von 29 Prozent genutzt.