Wien. (mel) Die Kärntner Hypo Alpe Adria bekommt nun doch mehr Zeit für die Stärkung ihrer Kapitalbasis. Ursprünglich hatte die Finanzmarktaufsicht (FMA) der notverstaatlichten Bank eine Frist bis Ende März 2012 gesetzt, um ihre Eigenmittelquote auf 12,04 Prozent zu heben. Gemessen an der Jahresbilanz 2010 würde das einem zusätzlichen Kapitalbedarf von 1,5 Milliarden Euro entsprechen. Nun hat die FMA die Frist bis 31. Dezember 2012 verlängert.

Damit kommt die Behörde dem Wunsch der Hypo-Führung nach, mehr Zeit zu bekommen. Für Erleichterung wird die Entscheidung aber jedenfalls auch beim Eigentümer Bund sorgen. Die Strategie der Bankspitze ist es, die Hypo im Rahmen ihrer Sanierung dermaßen zu schrumpfen, dass der Anteil der Eigenmittel in der Bilanz automatisch steigt und von den erwähnten 1,5 Milliarden Euro an zusätzlichem Erfordernis so gut wie nichts übrig bleibt. Gelingt dies nicht, müsste die Republik wohl weitere Staatshilfen zur Verfügung stellen. Für den Abverkauf von Tochterbanken und anderen Beteiligungen benötigt die Hypo jedoch Zeit, da sich das Marktumfeld für derartige Schritte derzeit alles andere als positiv darstellt.

Verkauf von Tochterbanken

Die Konsolidierungsstrategie der Bank werde im Jahr 2012 forciert fortgesetzt, hieß es am Freitag in einer Aussendung. Die Tochterbanken in Österreich und Italien - deren Verkauf bereits einmal mangels Interessenten gestoppt werden musste - bereitet man nun erneut für eine Privatisierung vor. Im kommenden Jahr sollen dann auch die Banktöchter in Südosteuropa für einen Verkauf fit gemacht werden. Der genaue Zeitpunkt der Verkäufe hänge jedoch von den Marktgegebenheiten ab, so die Hypo.

Die Bank treffe "in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld die notwendigen Maßnahmen, um zu der von der Aufsicht vorgeschriebenen Kapitalausstattung einen maximalen Eigenbeitrag zu leisten", teilte Hypo-Chef Gottwald Kranebitter mit. Die Aufsicht hatte den zusätzlichen Kapitalbedarf im Rahmen eines Stresstests errechnet. Die Hypo muss sich also für mögliche zukünftige Risiken durch einen dickeren Sicherheitspolster in der Bilanz wappnen, nicht weil es die gegenwärtige Situation bereits erfordern würde.