Wien. Der frühere OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer ist nun auch in zweiter Instanz am Oberlandesgericht (OLG) Wien vom Verdacht des Insiderhandels freigesprochen worden. Damit ist der Freispruch rechtskräftig. Dem Ex-OMV-Chef wurde vorgeworfen, trotz einer Insiderinformation Aktien seines eigenen Unternehmens gekauft zu haben - und zwar eine Woche vor dem überraschenden OMV-Ausstieg beim ungarischen Konkurrenten MOL Ende März 2009. Auch der Berufungssenat sah zwar das Vorliegen einer Insiderinformation, verneinte aber eine Vorsatzhandlung sowie eine Bereicherungsabsicht.

Laut Ruttenstorfer waren die Aktien Teil eines dreijährigen Incentive-Programms und daher nicht für Spekulationszwecke geeignet.

Der Verteidiger des Ex-OMV-Chefs, Peter Lewisch, betonte am Donnerstag erneut, dass der Kaufentschluss bereits im Februar 2009 gefällt worden sei, lediglich das Ausmaß der Investition - ein Bruttojahresgehalt - wurde erst an diesem 23. März 2009 festgelegt. Unmittelbar nach der damaligen Festlegung durch den Vergütungsausschuss gab Ruttenstorfer die Kauforder für sein Eigeninvestment in Höhe von 632.000 Euro, meldete den Deal der Finanzmarktaufsicht (FMA) und ließ das auch auf der OMV-Homepage unter "Director’s Dealings" veröffentlichen.