Bei der weiter schwer defizitären AUA geht es jetzt ums Überleben in der Lufthansa-Gruppe. Ein radikaler Schnitt in Konzernstrukturen und Kollektivverträgen soll das Ruder in der Österreich-Tochter herumreißen. Die Gewerkschaft lehnt einseitige Vorgaben ebenso ab wie ein kurzfristiges Ultimatum zur Unterschrift unter neue Verträge und stellt sich auf einen größeren Arbeitskampf ein.

Dies gaben GPAdjp-Vize Karl Proyer und AUA-Bodenbetriebsratschef Alfred Junghans am Freitag nach einer Betriebsversammlung mit fast tausend Beschäftigten des Bodenpersonals in Wien-Schwechat bekannt.

Die Leute seien verängstigt, hätten Angst vor einem zweiten Semperit-Schicksal, sagte Junghans vor Journalisten - sprich: "man macht die Leute billiger und dann geht es sich doch nicht aus".

Obwohl es in den Plänen des Managements unter Jaan Albrecht ums nachhaltige Überleben der AUA geht, ist für Junghans "keine Rede von Konkurs im Moment". Da gebe es auch keine Veranlassung. Auch Proyer lehnt es ab, über eine Insolvenz zu spekulieren und warnt davor, der Belegschaft mit solchen Szenarien zu drohen.

Einem von der AUA bzw. der Wirtschaftskammer Anfang der Woche übermittelten neuen Kollektivvertragsvorschlag stimmte die Gewerkschaft nicht zu. Einen von den Arbeitgebern bereits für 23. und 24. Jänner anberaumten Unterschriftstermin lehnen die Arbeitnehmervertreter - sowohl für Bodenpersonal als auch Piloten und Flugbegleiterinnen - als Zumutung ebenfalls ab. Dass die AUA dann den Kollektivvertrag eben einseitig kündigt, darauf stellt sich die Arbeitnehmerschaft offenbar schon ein.

Proyer versicherte Bereitschaft zu einer größeren Auseinandersetzung. Für weitere Betriebsversammlungen und allenfalls Streik wartet die Belegschaftsvertretung den 29. Februar ab. Da ist eine entscheidende Aufsichtsratssitzung zum bevorstehenden gravierenden Sparpaket. Vor allem aber ist dies ein Stichtag für die Inflationsabgeltung für Teile der AUA-Gagen.

"Wenn dann schon ein Cent fehlt, sehen wir uns wieder", kündigte die Gewerkschaft am Freitag an. Dann ist für Proyer auch eine Urabstimmung für Streiks fällig. "Vernünftigen Verhandlungen" will sich die Belegschaft aber nicht verweigern.