Wien. (kle/apa) Für die AUA, die weiterhin gegen hohe Verluste ankämpft, steht viel auf dem Spiel. Vor allem bei den Personalkosten, die wieder auszuufern drohen, obwohl in der Vergangenheit 1500 Mitarbeiter abgebaut wurden, will das Management den Sparstift ansetzen. Geht es nach dem neuen AUA-Chef Jaan Albrecht, soll unter anderem ein radikaler Schnitt bei den Kollektivverträgen das Ruder herumreißen, um die Lufthansa-Tochter nachhaltig in die Gewinnzone zu bringen. Belegschaftsvertreter und Gewerkschaft schalten allerdings auf stur.

Sie lehnen einseitige Vorgaben ebenso ab wie ein kurzfristiges Ultimatum zur Unterschrift unter neue Verträge und stellen sich auf einen größeren Arbeitskampf ein. Auch ein Streik sei nicht auszuschließen, hieß es am Freitag nach einer Betriebsversammlung mit etwa 650 Beschäftigten des Bodenpersonals in Wien-Schwechat. Die Leute seien verängstigt und hätten Angst vor einem zweiten Semperit-Schicksal, sagte AUA-Bodenbetriebsratschef Alfred Junghans vor Journalisten. "Man macht die Leute billiger und dann geht es sich doch nicht aus."

Obwohl es in den Plänen des Managements um das nachhaltige Überleben der AUA geht, ist für Junghans "im Moment keine Rede von Konkurs". Auch Karl Proyer, hochrangiger Gewerkschaftsfunktionär, lehnt es ab, über eine Insolvenz zu spekulieren und warnt davor, der Belegschaft mit solchen Szenarien zu drohen. Derzeit beschäftigt die AUA auf Vollzeitbasis knapp 6000 Mitarbeiter.

29. Februar wird zum Lostag

Einen von der AUA zu Anfang der Woche übermittelten neuen Kollektivvertragsvorschlag lehnt die Gewerkschaft rundweg ab. Einen von den Arbeitgebern bereits für 23. und 24. Jänner anberaumten Unterschriftstermin lehnen die Arbeitnehmervertreter - sowohl für das Bodenpersonal als auch für Piloten und Flugbegleiter - als Zumutung ebenfalls ab. Offenbar stellt sich die Arbeitnehmerschaft bereits darauf ein, dass die AUA den Kollektivvertrag dann eben einseitig kündigt.

Proyer versicherte Bereitschaft zu einer größeren Auseinandersetzung. Für weitere Betriebsversammlungen und allenfalls Streik warten die Belegschaftsvertreter zunächst aber den 29. Februar ab. Für diesen Tag ist eine wichtige Aufsichtsratssitzung zum neuen Sparprogramm angesetzt. Bis dahin will der Vorstand auch die geplanten neuen und moderneren Kollektivverträge (ohne Automatismen wie Gehaltsvorrückungen und Inflationsanpassungen) bereits unter Dach und Fach haben. Saftige Kürzungen stehen auf der Agenda, in Summe geht es um einen höheren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Vor allem ist der 29. Februar aber ein Stichtag für die Inflationsabgeltung für Teile der AUA-Gagen. "Wenn da auch nur ein Cent fehlt, sehen wir uns wieder", kündigt Proyer an. Für ihn wäre dann auch eine Urabstimmung für Streiks fällig.

Terminvorschläge für Verhandlungen haben die Arbeitnehmervertreter laut Management bis dato abgelehnt. Am 26. Jänner findet für das AUA-Bordpersonal eine Betriebsversammlung statt.