Wien/Paris. Der Kauf des drittgrößten österreichischen Mobilfunkbetreibers Orange durch den viertgrößten Anbieter "3" (Hutchison) ist nur noch "eine Frage von Tagen", sagte France Telecom-Chef Stephane Richard am Montag in einem Radiointerview. Die französische Mutter von Orange Österreich bestätigt damit erstmals offiziell, dass der Mobilfunkmarkt kurz vor der Marktbereinigung steht. Branchengerüchten zufolge soll Orange dafür die Diskonttochter "Yesss!" an dem Marktführer A1 (Telekom Austria) verkaufen, um dem Wettbewerbsrecht Genüge zu tun.

France Telekom hält 35 Prozent der Anteile an Orange, der Rest gehört dem Finanzinvestor Mid Europa Partners. Seit Oktober hat Mid Europa Partners das Recht, seinen Anteil an die Franzosen zu verkaufen. Als Kaufpreis für Orange (inklusive Yesss!) werden 1,4 Milliarden Euro kolportiert, Yesss! wiederum soll um rund 400 Millionen Euro an die Telekom gehen - vorausgesetzt, die Kartellbehörden geben grünes Licht. Die heimische Mobilfunkbranche wünscht sich seit langem das Verschwinden eines Marktteilnehmers, weil sie unter dem hohen Wettbewerbsdruck stöhnt. Vier Unternehmen wären zu viel für den kleinen österreichischen Markt hieß es immer. Drei Konzerne wären gerade richtig.

Pikanterweise machten sich Telekom Austria, T-Mobile Austria und Orange aber immer dafür stark, dass Hutchison die Segel streicht. Der Hongkonger Mischkonzern tat aber genau das Gegenteil und investierte massiv in den Netzausbau sowie in eine Preisschlacht beim mobilen Internet.