Wien. (kle/apa) Die heimischen Reisebüros wären bereit, der AUA bei der Sanierung unter die Arme zu greifen. Joseph Reitinger-Laska, Obmann des Österreichischen Vereins für Touristik (ÖVT), der die kleineren privaten Reisebüros vertritt, schlägt vor, den Verkauf von AUA-Tickets gegen Provision zu forcieren. Das brächte der Airline mehr Umsatz. "Natürlich wären damit auch Kosten verbunden, die aber trotzdem eine deutliche Win-Win-Situation garantieren würden", sagt Reitinger-Laska. Konkret kann er sich eine Provision von 5 bis 9 Prozent des Ticket-Preises vorstellen.

Der Haken bei der Sache: Bereits seit einigen Jahren ist es weltweit gängige Praxis, dass Reisebüros für die Vermittlung von Flügen keine Provision mehr bekommen. Davor war es vier Jahrzehnte lang üblich und auch vom Weltluftverband IATA vorgegeben gewesen, dass die Fluggesellschaften den Reisebüros eine Vermittlungsgebühr von 9 Prozent bezahlen. Diese Zeiten sind jedoch vorbei. "Wollen die Reisebüros gegen Provision einseitig eine bestimmte Fluglinie forcieren, ist das problematisch", sagt ein Touristiker, der anonym bleiben will, zur "Wiener Zeitung". "Sie würden sich damit ins eigene Knie schießen." Denn gegenüber ihrer Kundschaft hätten sie neutral zu sein, Reisebüros hätten heute eine Art Brokerfunktion.

Auch im Umfeld der AUA wird der Vorschlag des ÖVT skeptisch gesehen. Die Idee, das Rad der Zeit zurückzudrehen und wieder Verkaufsprovisionen einzuführen, wird bei der Lufthansa-Tochter als wenig realistisch bezeichnet.

Reitinger-Laska spricht hingegen von 3 bis 5 Prozent mehr Umsatz, der für die Airline in diesem Fall möglich wäre: "Das zu steuern wäre für Reisebüros kein Problem." Im Vorjahr hat die AUA Tickets im Wert von mehr als 2 Milliarden Euro verkauft.