Der österreichische Mobilfunkmarkt schrumpft von vier auf drei Anbieter: Wie seit langem erwartet hat der kleinste und jüngste Handynetzbetreiber "3" den drittgrößten Anbieter Orange gekauft, der bisher der France Telecom und der Investorengruppe "Mid Europa Partners" gehörte. Orange gibt im Zuge des Deals ihre Diskonttochter "Yesss!" an Marktführer A1 ab, teilten "3" und Telekom Austria am Freitag kurz nach Mitternacht in Aussendungen mit. Damit ist ist lange erwartete Marktkonsolidierung erfolgt - vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wettbewerbshüter in Brüssel. Es wird von einer vertieften Prüfung ausgegangen.

"3"-Chef Jan Trionow verspricht nach der Übernahme von Orange, dass sich für die Kunden der France-Telecom-Tochter Orange "vorerst nichts ändert". "Der Wettbewerb wird intensiv bleiben. Wir haben viel vor und wollen ein Drittel des Marktes erreichen. Wir werden uns weiter preisaggressiv verhalten", betonte er am Freitag vor Journalisten. Die Marke Orange werde aber "mittelfristig" verschwinden.

1,4 Milliarden Euro

Der Kaufpreis liegt unter den im Vorfeld kolportierten 1,4 Milliarden Euro. Wie "3" in der Aussendung mitteilte, wurde der Unternehmenswert von Orange auf 1,3 Milliarden Euro taxiert. Orange trennt sich jedoch von seiner Diskonttochter "Yesss!" und verkauft sie zusammen mit Basisstationen und Frequenzen an die Telekom Austria Group des Marktführers A1. Dafür und für die Immaterialgüterrechte für die Orange-Vorläufermarke "One" zahlt die Telekom Austria Group 390 Millionen Euro an Orange. Der dem chinesischen Mischkonzern Hutchison gehörende Handynetzbetreiber "3" wendet somit unterm Strich 900 Millionen Euro für die Komplettübernahme von Orange Austria auf.

In Österreich wird es somit künftig nur noch drei Handyfirmen geben, die Telekom Austria Group, die Deutsche Telekom-Tochter T-Mobile Austria und "3". A1 (inkl. "Bob") hielt laut dem aktuellen Telekom-Monitor der Regulierungsbehörde RTR 41,2 Prozent (5,175 Mio. Kunden), T-Mobile (inkl. "tele.ring") 30,9 Prozent (3,878 Mio. Kunden), Orange (inkl. "Yesss!") 18,4 Prozent (2,314 Mio. Kunden) und "3" 9,5 Prozent (1,195 Mio. Kunden).

Laut einer Aussendung von "3" hat das fusionierte Unternehmen 2,8 Millionen Kunden und einen Marktanteil von 22 Prozent. Der neue Orange-Eigentümer erhofft sich Synergieeffekte von mindestens 500 Millionen Euro. Bis zur Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden werden "3" und Orange unabhängig am Markt agieren, heißt es in der "3"-Aussendung. Darin werden keine Angaben zur Zukunft der Marke "Orange" gemacht. Allerdings heißt es zum fusionierten Unternehmen, künftig "alle 3Kunden" von der steigenden Netzqualität durch das vergrößerte Frequenzspektrum, das erweiterte Vertriebsnetz und die Effizienzgewinne durch den Zusammenschluss profitieren würden.