Linz/Wien. (kle) Von den österreichischen Industriebetrieben ist der Linzer Stahl-Konzern Voestalpine der größte Rohstoffverbraucher. Etwa 60 Prozent seiner Gesamtkosten entfallen auf Aufwendungen für die Versorgung mit Eisenerz, Kohle, Koks, Schrott und Legierungen. Eine besondere Reaktion haben die am Dienstag angekündigten Pläne einer Megafusion der beiden Rohstoffunternehmen Glencore und Xstrata bei der Voestalpine nicht ausgelöst.

"Glencore und Xstrata sind keine Lieferanten von uns", erklärte Voestalpine-Sprecher Peter Felsbach auf Anfrage der "Wiener Zeitung". "Daher sehen wir auch keine relevanten Auswirkungen für uns." Ob im Fall einer Fusion etwa bei Eisenerz, neben Koks der wichtigste Rohstoff für die Stahlproduktion, die in den letzten Jahren stark nach oben gegangenen Preise wieder runtergehen oder weiter steigen, will Felsbach nicht sagen. "Das wäre reine Spekulation", so der Sprecher.

Rohstoffquelle Erzberg


Engpässe in der Versorgung mit Rohstoffen habe die Voestalpine jedenfalls keine. Sein Eisenerz bezieht der weltweit tätige Konzern zu 25 Prozent vom steirischen Erzberg und zu 75 Prozent aus dem Ausland. Im Ausland selbst würden 40 Prozent aus der Ukraine kommen, 20 Prozent aus Brasilien und 15 Prozent aus Südafrika, so Felsbach. Der überwiegende Teil ihres Eisenerzes, den die Voestalpine auf den internationalen Märkten kauft, stammt vor allem von kleineren Anbietern.

Laut Felsbach ist der Konzern bestrebt, sich von großen Lieferanten zu emanzipieren. Dabei spielen Preisgründe eine nicht ungewichtige Rolle. Bei den großen Drei der Bergbaubranche, Rio Tinto, BHP Billiton und Vale, deckt die Voestalpine nur rund 20 Prozent ihres Erzbedarfs.

Diese drei Konzerne sind nicht nur der Voest, sondern auch vielen anderen Stahlbetrieben ein Dorn im Auge. Sie haben die Festlegung der Erz-Preise 2010 umgestellt. Statt jedes Jahr werden diese nun von Quartal zu Quartal neu fixiert, was durchschnittlich höhere Preise zur Folge hatte.