Wien. (apa/kle) Schon seit Wochen schwelt bei der AUA der Konflikt um einen neuen, billigeren Kollektivvertrag. Jetzt hat sich Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zu Wort gemeldet. Management und Gewerkschaft sollten ihren Streit rasch beilegen, sagte der ÖVP-Politiker am Donnerstag. Gleichzeitig deutete er mögliche staatliche Zugeständnisse an.

"Bei allem Respekt vor kollektivvertraglichen Gegebenheiten - die Probleme müssen jetzt und nicht später gelöst werden, wenn es dafür vielleicht zu spät ist", so Mitterlehner vor Journalisten. Die AUA, die nach wie vor hohe Verluste schreibt und deshalb erneut bei ihren Kosten sparen muss, benötige ein "Potpourri an Maßnahmen", um Standort und Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.

Laut Mitterlehner wird der Umfang der verpflichtenden Mineralölbevorratung durch die AUA "geprüft". Darüber hinaus gebe es zu der von der AUA bekämpften Ticketsteuer Gespräche mit Finanzministerin Maria Fekter.

Am Mittwoch hatte das AUA-Management überraschend den Kollektivvertrag für das Flugpersonal aufgekündigt. Damit droht 2300 von insgesamt knapp 6000 Mitarbeitern ein Zwangsumstieg ("Betriebsübergang") auf den billigeren Tyrolean-KV.

Credo lautet: "Verhandeln"


Protestmaßnahmen gegen das AUA-Management plant die Gewerkschaft vorerst keine. "Maßnahmen kündigt man nicht an, die setzt man", sagte der für das AUA-Bordpersonal zuständige Gewerkschafter Rudolf Kaske am Donnerstag. Sein Credo sei nun "verhandeln, verhandeln, verhandeln". Er schlage dem AUA-Vorstand vor, wieder mit der Belegschaftsvertretung Gespräche über den Bord-Kollektivvertrag aufzunehmen und dann mit der Gewerkschaft zu sprechen.