Klagenfurt. (kmö) Rund um den AvW-Krimi werden noch ein Dutzend Strafverfahren abgewickelt. Am 2. März steht ein früherer Bankenprüfer der Nationalbank in Klagenfurt vor Gericht, der anscheinend zufällig mit der AvW-Affäre in Berührung gekommen war.

"Es geht um Paragraf 310 Absatz 1, Verletzung des Amtsgeheimnisses", sagt Richter Christian Liebhauser-Karl zur "Wiener Zeitung". Der Ex-OeNB-Prüfer, vertreten von Strafrechtsprofessor Richard Soyer, bestreitet die Vorwürfe. Dem Vernehmen nach soll der frühere Bankenprüfer seinen Bruder, damals AvW-Mitarbeiter, in Kärnten besucht und Bankprüfberichte in der AvW-Zentrale in Krumpendorf liegen gelassen haben. Statt sie zu schreddern, verwahrte sie der AvW-Mitarbeiter im Schreibtisch. Nach Platzen der AvW-Affäre sollen diese Berichte Wolfgang Auer-Welsbach in die Hände gefallen sein. Die Sache wurde angezeigt. Der Prüfer musste bei der OeNB quittieren. Die Strafdrohung ist hoch: "Ein Beamter, der ein ihm kraft seines Amtes anvertrautes oder zugänglich gewordenes Geheimnis offenbart oder verwertet, dessen Offenbarung oder Verwertung geeignet ist, ein öffentliches oder ein berechtigtes privates Interesse zu verletzen, ist (...) mit bis zu drei Jahren Haft zu bestrafen."