Wien. Die Regierung wird im Rahmen des Sparpakets Vorstände börsenotierter Firmenmanager gesetzlich darauf verpflichten, ihre Einkommen getrennt auszuweisen, die Aufsichtsräte ihrer Firmen mit mehr Frauen und jungen Menschen zu besetzen und die bis vor einiger Zeit gängige Praxis abzustellen, dass abgehende Vorstände direkt in den Aufsichtsrat einziehen. "Damit wollen wir sicherstellen, dass der Murks, den ein Vorstand vielleicht zu verantworten hat, nicht von ihm beaufsichtigt wird", erläuterte Finanzministerin Maria Fekter. Man wolle die "Diversität" in den Aufsichtsräten fördern, Frauenquote für die Kontrollgremien werde es aber keine geben.

Finanzministerin und Ex-Innenministerin Maria Fekter lobt die neuen Regeln und Richtlinien für börsennotierte Unternehmen. - © APAweb/Herbert Pfarrhofer
Finanzministerin und Ex-Innenministerin Maria Fekter lobt die neuen Regeln und Richtlinien für börsennotierte Unternehmen. - © APAweb/Herbert Pfarrhofer

Die Gesetzespläne decken sich teilweise mit den Veränderungen, die im sogenannten "Corporate Governance Kodex" (CGK) einem Regulativ für börsenotierte Firmen, Anfang 2012 in Kraft getreten sind. Die sogenannte zweijährige "Cooling off-Phase" für abgehende Vorstände findet sich in den Bestimmungen des auf freiwilliger Basis bestehenden Regelwerks. Auch die stärkere Beschickung der Aufsichtsräte mit Frauen, Nichtösterreichern und jüngeren Personen soll in ein Gesetz gegossen werden. Explizite Quoten etwa für Frauen soll es laut Fekter aber nicht geben. Die gesetzlichen Änderungen für die Unternehmen sind über die 98 Novellen des Sparpakets verteilt.

Die Offenlegung der individuellen Gagen der Manager ist bereits seit Jahren im Corporate Governance-Kodex enthalten, hieß es aus dem Arbeitskreis, der das Regelwerk ausgearbeitet hat. Diese Regel 31 soll nun in ein Gesetz übergeführt werden. Damit sollen Vorstandsmitglieder einzeln ihre Einkommen transparent machen. Das Aktienforum, die Interessensvertretung österreichischer börsennotierten Unternehmen, sieht dies als Eingriff in die Privatsphäre der erfassten Personen. Der Großteil der in Wien notierten ATX-Unternehmen weist die individuellen Einkommen bereits aus.