Wien. (ede) In Österreich haben Frauen bei den Firmengründungen in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt. Von 1994 bis 2010 ist der Anteil der Frauen an den gesamten Neugründungen von 25,9 Prozent auf 53,2 Prozent gestiegen, teilte die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) mit. Das entspreche einer Zahl von 16.300 Frauen, die den Schritt in die Selbständigkeit wagten.

Die WKO weist allerdings darauf hin, dass der massive Anstieg auch auf die Legalisierung der selbständigen Personenbetreuung ab dem Jahr 2008 in Form einer Gewerbeanmeldung zurückzuführen ist.

Die meisten Unternehmensgründungen von Frauen verzeichneten 2010 die Fachgruppe Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure (87,8 Prozent), gefolgt von den Friseuren (87,3 Prozent), Mode und Bekleidungstechnik (85,5 Prozent) und Gewerbliche Dienstleister (83,5 Prozent). Wenig überraschend: Nur selten gründen Frauen Industrieunternehmen. In der Sparte Industrie betrug ihr Anteil an den Neugründungen lediglich 14,2 Prozent, in der Sparte Transport und Verkehr waren es 16,5 Prozent.

Die Mitgliederstatistik der WKO aus dem Jahr 2010 weist für die rund 413.000 Einzelunternehmen einen Frauenanteil von 38,7 Prozent aus. Die höchsten Werte verzeichnen dabei das Burgenland und Niederösterreich mit 45,6 Prozent beziehungsweise 41,9 Prozent, am niedrigsten ist der Frauenanteil in Tirol mit 34,4 Prozent.

Die meisten weiblichen Mitgliedschaften bestehen in den Sparten Gewerbe und Handwerk, Handel sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft. Die wenigsten Mitgliedschaften finden sich in der Industrie beziehungsweise in der Sparte Bank und Versicherung, geht aus der Mitgliederstatistik hervor.