Wolfsburg. Jeder zwölfte Pkw auf der Straße ist aus dem Hause Volkswagen. Die Auslieferungen des deutschen VW-Konzerns kletterten 2011 gegenüber dem Jahr davor um 14,7 Prozent auf 8,3 Millionen Fahrzeuge. Der weltweite Marktanteil des Autobauers im Pkw-Geschäft stieg von 11,3 auf 12,3 Prozent.

Mit Abstand das beliebteste Modell ist die Marke Volkswagen Pkw, die 2011 erstmals mehr als fünf Millionen Autos ausgeliefert hat. Von der Marke Audi wurden 1,3 Millionen Fahrzeuge verkauft. Der tschechische Hersteller koda erreichte mit 879.000 verkauften Autos ebenfalls einen neuen Spitzenwert, vor allem in Russland, Indien und China.

Auch die spanische Tochter Seat konnte um 3,1 Prozent mehr Fahrzeuge absetzen (350.000). Und für einige Autokäufer scheint die Wirtschaftskrise 2011 kein Thema mehr zu sein: Von der Luxusmarke Bentley wurden 2011 7003 Fahrzeuge verkauft - das ist ein Verkaufsplus von fast 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr (mit 5117 verkauften Autos).

Der operative Gewinn von Europas größtem Autobauer wuchs um mehr als die Hälfte auf 11,3 Milliarden Euro an. VW gibt sich damit aber noch nicht zufrieden: "Wir werden 2012 mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahr", sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Montag in der Bilanz-Pressekonferenz. Spätestens 2018 hat Volkswagen die Zehn-Millionen-Fahrzeug-Latte im Blick.

Weiteres Umsatzplus geplant

Der Umsatz soll heuer ebenfalls weiter wachsen. Das operative Ergebnis wird hingegen auf Vorjahresniveau erwartet. Die Zahlen zeigen, wie stark VW in der Krisenperiode seit Beginn der Finanzkrise zugelegt hat: Seit 2007 stieg der Absatz um 30 Prozent, die Umsatzrendite erhöhte sich von damals sechs auf heute 7,8 Prozent (bereinigt). Wegen des Rekordgewinns konnte Winterkorn aufgrund der Boni sein Gehalt 2011 von rund 9,3 Millionen auf 17,4 Millionen Euro fast verdoppeln.

Offen ist, wie die Integration von Porsche in den Konzern vollzogen wird. Einer Verschmelzung beider Unternehmen stehen bisher rechtliche Unwägbarkeiten entgegen. Hierbei geht es um die Frage, ob das frühere Porsche-Management beim Versuch, VW zu übernehmen, unsauber gearbeitet hat und dadurch Aktionäre schädigte. Winterkorn, der auch die Dachgesellschaft Porsche SE führt, ist überzeugt: "Der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche wird kommen."