Linz/Wien. (kle) Der österreichische Stahlriese Voestalpine macht bei seinem Schienenwerk in Duisburg die Pforten dicht. Zumindest bis Ende 2012 soll die Produktion der deutschen Konzernfirma TSTG Schienen Technik aber noch weitergeführt werden. "Die Aufträge, die da sind, werden auf alle Fälle abgearbeitet", sagt Voest-Sprecher Peter Felsbach. Rund 350 Mitarbeiter sind von der Werksschließung betroffen. Nach Möglichkeit sollen sie entweder im Konzern oder bei anderen Anbietern untergebracht werden, so Felsbach zur "Wiener Zeitung". Auch über einen Sozialplan will man mit den Betriebsräten verhandeln.

Dass Voest-Chef Wolfgang Eder beschlossen hat, die Reißleine zu ziehen, hat folgenden Grund: Seit mittlerweile fünf Jahren kämpft die TSTG wegen Überkapazitäten im Markt mit sinkender Auslastung und stark rückläufigen Preisen. Zuletzt schrieb das Werk hohe Verluste. Und eine Besserung ist wegen des in Deutschland zugespitzten Wettbewerbs bei Standardschienen nicht in Sicht.

Teure Rückstellungen


Für die Werksschließung wird die Voest Rückstellungen bilden. Insgesamt sind es 205 Millionen Euro, wobei aber der größte Teil auf mögliche Schadenersatzforderungen (Stichwort: Schienen-Kartell) entfällt. In Deutschland wird der TSTG und anderen Firmen vorgeworfen, zwischen 1998 und 2008 unerlaubt die Preise abgesprochen und damit vor allem die Deutsche Bahn geschädigt zu haben.

Freilich drücken die Rückstellungen den Betriebsgewinn (Ebit) der Voest, weil sie in der Bilanz für 2011/12 (April bis Ende März) verbucht werden. Laut Felsbach wird das Ergebnis nun bei rund 700 Millionen Euro erwartet. Ursprünglich waren es - mit Vorbehalt - rund 900 Millionen Euro.