Berlin. Vorstandsgehälter sind oft ein Zufallsprodukt, dass sich der Entwicklung von Aktien- und Optionskursen verdankt. Mit der tatsächlichen Leistung der Manager haben die Vergütungen wenig zu tun. Zu diesem Ergebnis kommt die Schweizer Vergütungsberatung Obermatt in einer Studie, über die die Tageszeitung "Die Welt" (Samstag-Ausgabe) berichtet.

Die Mängel in den gängigen Vergütungssystemen bescheren manchen Managern demnach unverdiente Gewinne. Andere Wirtschaftsführer verlören dagegen durch Kursschwankungen Geld, obwohl die Aktionäre im selben Zeitraum profitierten.

Das Problem liegt dabei in der Bezahlung mit Aktien oder Aktienoptionen. Diese Bestandteile gewinnen in vielen Unternehmen an Bedeutung, auch aufgrund der schärferen gesetzlichen Vorgaben für die Vorstandsgehälter. Dieses System gleiche allerdings oft einem "Vergütungs-Roulette", so das Ergebnis der Studie.

Besonders eine Bezahlung mit Aktienoptionen führe oft zu unverdienten Ergebnissen, sagte Obermatt-Geschäftsführer Hermann Stern der "Welt". Da sich Optionswerte teils ganz anders entwickelten als Aktienkurse, könnten einige wenige Manager bei mehrjährigen Optionsprogrammen aberwitzige "Lottogewinne" verzeichnen. Zwei Drittel der Vorstände erhielten dagegen weniger ausgezahlt als ursprünglich zugesagt.

So hätte ein Vorstand des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 in den vergangenen fünf Jahren den Wert eines in Optionen bezahlten Bonus' versechsfachen können - während der Aktienkurs im selben Zeitraum um 30 Prozent absackte. Das umgekehrte Phänomen zeige sich etwa beim Düngemittelhersteller K+S: Der Aktienkurs sei seit 2007 um 88 Prozent gestiegen, während der Wert eines typischen Optionsplans gleichzeitig um 36 Prozent sank.