Wien. Die Meinl Bank hat Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser wegen des Verdachtes der Geldwäsche angezeigt, berichtet das Nachrichtenmagazin "Format". Grasser hatte 500.000 Euro bei der Meinl Bank bar eingezahlt. Das Geld soll laut Grassers Anwalt Manfred Ainedter von seiner Schwiegermutter Marina Giori-Lhota kommen, die ihn mit der Veranlagung beauftragt habe. Die Schwiegermutter hatte jedoch gegenüber dem Finanzamt dementiert, dass es ein derartiges Treuhandverhältnis gebe.

Rechtsanwalt Manfred Ainedter sieht in dem Vorgehen der Meinl Bank gegen seinen Mandanten keinen Grund zur Sorge. Es werde sich wohl um eine der gesetzlich vorgeschriebenen Verdachtsmeldungen handeln, sagte er zur APA. Die Bank selbst hielt fest, dass sie zu Kundenbeziehungen grundsätzlich keine Stellungnahme abgebe.

Grasser galt bisher als freundschaftlich verbunden mit dem Banker Julius Meinl V. Nach seinem Ausscheiden als Finanzminister im Jänner 2007 war er für die Meinl International Power (MIP) als Manager tätig. Viele der im Zuge der jüngsten strafrechtlichen und steuerlichen Ermittlungen bekannt gewordenen Finanztransaktionen Grassers liefen über die Meinl Bank.

"Format" zitiert aus den Vernehmungsprotokollen von Julius Meinl V. Darin heißt es: "Mein Verhältnis zu Grasser möchte ich als freundschaftlich professionell definieren." Ihren ersten beruflichen Kontakt hatten Meinl und Grasser, "als wir uns um ein Beratermandat bei der ÖIAG vor der Post-Privatisierung beworben haben".