Aufgrund des steigenden Goldpreises vertrauen immer mehr Österreicher auf das Edelmetall. Beim Verkauf von Gold gibt es jedoch einige steuerliche Besonderheiten zu berücksichtigen.

Grundsätzlich ist der Verkauf von Anlagegold von der Umsatzsteuer befreit. Mit dieser Sonderregelung soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Unter dem Begriff Anlagegold ist unter anderem folgendes zu verstehen:

 Gold in Form von Barren oder Plättchen mit einem von den Goldmärkten akzeptierten Gewicht und einem Feingehalt von mindestens 995 Tausendstel, unabhängig davon, ob es durch Wertpapiere verbrieft ist oder nicht;
 Goldmünzen, die einen Feingehalt von mindestens 900 Tausendstel aufweisen, die nach dem Jahr 1800 geprägt wurden, die in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und die üblicherweise zu einem Preis verkauft werden, der den aktuellen Marktwert ihres Goldgehaltes um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt.

Reverse Charge

Wird Anlagegold von einem Unternehmer verkauft, ist dieser Verkauf grundsätzlich von der Umsatzsteuer "unecht" befreit und die Rechnung wird mit Hinweis auf die Steuerbefreiung netto ausgestellt.

Wird die Umsatzsteuer, obwohl der Umsatz steuerfrei ist, fälschlicherweise ausgewiesen, schuldet der Unternehmer diese Umsatzsteuer Kraft Rechnungslegung und der Käufer hat keinen Vorsteuerabzug.

Umsatzsteuerrechtlich muss auch zwischen der Lieferung von Anlagegold und zum Beispiel Bruchgold unterschieden werden.

Bruchgold zählt nicht zum Anlagegold und ist somit auch nicht von der Umsatzsteuer befreit. Um den Umsatzsteuerbetrug einzudämmen, wurde am 1. Juli 2007 die sogenannte Schrott-Umsatzsteuer Verordnung eingeführt. Der Verkauf von Bruchgold fällt unter diese Verordnung. Sie sieht vor, dass unter anderem bei einer Lieferung von Stoffen aus dem Sekundärrohstoffbereich der Übergang der Steuerschuld (Reverse Charge) vom Lieferanten auf den Empfänger Anwendung findet.

Wie schon oben erwähnt, kommt es zum Steuerschuldübergang nur dann, wenn der Empfänger ein Unternehmer ist.

Bei solchen Umsatzgeschäften wird die Rechnung mit Hinweis auf den Übergang der Steuerschuld netto ausgestellt. Der Umsatz ist nicht von der Steuer befreit, es wird lediglich die Steuer vom Käufer an sein Finanzamt abgeführt.

Auch hier gilt: Wenn die Rechnung fälschlicher Weise mit Umsatzsteuer erstellt wurde, schuldet sie der Verkäufer Kraft Rechnungslegung, und der Käufer hat keinen Vorsteuerabzug.

In Zusammenarbeit mit den Experten der Wirtschaftskammer Wien. Weitere Informationen erhalten Sie unter 01 51450 DW - 1625