Wien. In vier von fünf österreichischen mittelständischen Unternehmen (79 Prozent) wird nicht über eine Nachfolgeregelung für die Unternehmensführung nachgedacht. Das geht aus einer Studie der FH Campus 02, Studienrichtung Rechnungswesen & Controlling, in Zusammenarbeit mit der RiskExperts Risiko Engineering GmbH in der produzierenden Industrie und im Handel hervor. Dabei beschäftigen sich bereits 75 Prozent der Betriebe mit Risikomanagement, ein Drittel davon sogar seit mehr als fünf Jahren.

Fehlende Pläne

"Das Fehlen von Plänen zur Fortführung der Geschäftstätigkeit nach Schadens- und Störfällen kann dramatische Folgen haben. Wenn ein Schadenereignis eintritt beziehungsweise Schlüsselpersonen wegfallen, sind diese Unternehmen im Extremfall kopf- und planlos", erklärt Risk-Experts-Geschäftsführer Gerhart Ebner laut einer Aussendung. "Hier braucht es durchdachte Nachfolgeregelungen und einen regelmäßig überarbeiteten Business Continuity Plan für den wirtschaftlichen Fortbestand nach einem Schadensfall." Nur so könne ein Unternehmen rasch wieder "back to business" kommen. Auch darüber hinaus lasse sich heute mit geringem Aufwand umfassend vorsorgen.

Risikofaktor Konjunktur

Dabei ist Risiko für die meisten untersuchten Unternehmen ein Thema. Risikomanagement werde vor allem in der Geschäftsführung (56 Prozent) und im Rechnungswesen/Finanzen/Controlling (40 Prozent) angewandt, so Studienautor Christian Theuermann. Als größte Risiken stufen die Firmen Konjunktur und Absatzmarkt (69 Prozent) sowie den Mitbewerb (42 Prozent) ein. Allerdings werde überwiegend mit einfachen Zahlen gearbeitet, die in größeren Unternehmen selbstverständlich angewendeten Risikokennzahlen seien noch wenig verbreitet.

Nur sechs Prozent der Unternehmen verwenden eine auf Risikomanagement spezialisierte Software. Die Regeln für das Risikomanagement seien in 39 Prozent der Unternehmen nicht schriftlich dokumentiert, so Theuermann.