Wien. (sf) Das Big-Mac-Menü und der Supermarkt-Einkauf sollen künftig mit einer Handbewegung bezahlt werden können. Das österreichische Mobilfunkunternehmen A1 startet mit der Fast-Food-Kette McDonald’s und dem Einzelhändler Merkur einen Pilotversuch in Wien, bei dem Beträge bis 25 Euro mit dem Handy bezahlt werden können.

Bis Mai können 500 Testkunden in vier McDonald’s-Restaurants und an 38 Expresskassen in fünf Merkur-Märkten in Wien mobil bezahlen. Bis zum Sommer wird die Gruppe auf bis zu 500.000 Nutzer wachsen. Nach einer Evaluierung soll das Handy-Bezahlen auf ganz Österreich ausgeweitet werden, sagt A1-Generaldirektor Hannes Ametsreiter. Der Versuch läuft mit A1-Kunden, man sei aber "in Gesprächen mit anderen Mobilfunkbetreibern".

Kürzere Wartezeiten


"Die Technologie ist jetzt reif, dass das Handy zur virtuellen Geldbörse wird", sagt Ametsreiter. Handy, SIM-Karte und Terminal müssen NFC (Near Field Communication) unterstützen. Bis Ende 2012 werden 200.000 NFC-fähige Smartphones in Österreich im Umlauf sein, die Zahl werde 2013 "exponentiell wachsen", so A1-Marketingvorstand Alexander Sperl. Ist das Handy nicht NFC-fähig, kann es mit einem Sticker nachgerüstet werden.

Das Handy muss drei bis vier Zentimeter nahe an das Lesegerät gehalten werden. Als Bestätigung kommt eine SMS mit der Transaktion. Pro Tag gilt ein Limit von 50 Euro. Abgewickelt wird die Zahlung über die Paybox Bank, die bereits Handy-Parken betreut.

"Der Zahlungsvorgang wird von zehn bis zwölf Sekunden auf 0,5 Sekunden verkürzt", sagt McDonald’s-Marketingdirektor Andreas Schmidlechner. Sticker und Handy enthalten keine sensiblen Daten, bei einer Verlustmeldung wird die Zahlungsfunktion gesperrt. "Missbrauch im großen Stil wird so verhindert", so Bernd Hartweger von Paybox.

In Ländern wie Japan und den USA kann bereits mobil bezahlt werden. In Österreich bieten die Bio-Supermarktkette denn’s, Zielpunkt und Schlecker kontaktloses Zahlen - mit Karte - an. Mit dem A1-System sind diese Terminals allerdings nicht kompatibel.