Wien. (kle) Österreich ist gerade in Gesprächen mit der Mongolei. Dabei geht es um ein bilaterales Rohstoff-Abkommen, das 2013 in Kraft treten könnte. "Wir wollen damit österreichischen Unternehmen den Zugang zu Rohstoffvorkommen erleichtern", sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Freitag bei einer von seinem Ressort initiierten "Rohstoff-Enquete" in Wien.

Die Mongolei, die nach Kasachstan der flächenmäßig zweitgrößte Binnenstaat der Welt ist, verfügt unter anderem über Vorkommen von Seltenen Erden, Wolfram und Molybdän. Laut Mitterlehner werden diese Rohstoffe von österreichischen Betrieben besonders nachgefragt.

Die Versorgungssicherheit bei Rohstoffen gilt vor allem in westlichen Industrieländern als brennendes Thema, seit der Rohstoffhunger in aufstrebenden Schwellenländern wie China und Indien immer größer wird. "Der Zugang zu kritischen Rohstoffen wird zunehmend zu einem Standort- und Wettbewerbsfaktor", betonte Mitterlehner. "Durch den von China kontrollierten Abbau Seltener Erden und die steigende Nachfrage in den Schwellenländern hat sich die Situation weiter verschärft."

Vor diesem Hintergrund will Mitterlehner eine neue innerösterreichische Rohstoff-Allianz ins Leben rufen - eine Allianz zwischen den Unternehmen und Interessenvertretern, der Wissenschaft und den politischen Entscheidungsträgern. "Ziel ist eine strukturierte Vorgehensweise, um die Ressourcen-Effizienz und die Wiedergewinnung kritischer Rohstoffe aus Alt- und Abfallstoffen in Österreich zu steigern", erklärte der Minister. Der Auftakt für die Allianz soll im zweiten Halbjahr 2012 erfolgen.

Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern


In Sachen gesicherter Rohstoffversorgung setzt Mitterlehner daneben auch auf "Rohstoff-Diplomatie" - und zwar in Form von Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern wie der bereits erwähnten Mongolei.

"Durch mehr Ressourcen-Effizienz in Österreich und den leichteren Zugang zu ausländischen Vorkommen können wir die Versorgungssicherheit langfristig erhöhen", so der Minister. "Diese Initiativen ergänzen die bestehenden Maßnahmen wie die Rohstoff-Initiative der EU und den Österreichischen Rohstoffplan."