Wien. (sf) Während Supermärkte ihr Sortiment an Eigenmarken stetig vergrößern und dafür Markenprodukte aus dem Regal werfen, finden diese zunehmend bei Diskontern Einzug. Hofer hat Marken wie Red Bull, Coca Cola und Danone ins Sortiment aufgenommen, weitere sollen folgen.

Dem Diskonter kommen aufgrund der Eigenmarken der Konkurrenten sowie der Bestpreisgarantie Kunden abhanden. Im Vorjahr verlor Hofer das dritte Jahr in Folge Marktanteile und hält bei 19,1 Prozent, wie vom Branchenmagazin "Key Account" veröffentlichte Zahlen zeigen. Leicht zugelegt haben die beiden "Großen": Rewe liegt bei 34,9 Prozent Marktanteil, Spar bei 29,6 Prozent.

Die größte Supermarktkette von Rewe, Billa, dehnt ab Herbst die Billa-Eigenmarke auf Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel aus, Tiernahrung soll folgen, kündigte Billa-Vorstand Josef Siess an. Das Sortiment von derzeit 400 Produkten soll langfristig auf 1000 Artikel ausgeweitet werden.

Billa-Box-Expansion stottert


Damit deckt Billa mit der Eigenmarke "Clever" den Preiseinstieg, mit der Billa-Eigenmarke das Mittelpreis-Segment und mit "Ja!Natürlich" die höherpreisige Lage ab. Die Bio-Eigenmarke hält derzeit mit 700 Produkten sechs Prozent am Billa-Umsatz, knapp dahinter folgt die Billigmarke Clever mit 400 Produkten. Ein Jahr nach Einführung hält die Billa-Eigenmarke bei vier Prozent. Insgesamt macht Billa ein Fünftel seines Umsatzes mit Eigenmarken.

Der Einzelhändler baut zudem die Hauszustellung über den Online-Shop, der seit 1998 existiert, aus. Neben Wien werden 2013 Linz und Graz beliefert. "Ich erwarte aber keine ähnlich große Ausbreitung des Internets im Lebensmittelhandel wie im Buch- oder Elektronikhandel", so Siess.

Seit 2006 investiert Billa pro Jahr mindestens 80 Millionen Euro in Filial-Umbauten. "Geht das Tempo so weiter, wären im Jahr 2015 alle 1000 Supermärkte modernisiert", sagte Billa-Vorstandssprecher Volker Hornsteiner.

Die Expansion der Billa-Box, kleiner Geschäfte mit Snackangebot, gestalte sich wegen der hohen Ablösesummen in gut frequentierten Lagen schwieriger als erwartet. Zu den vier Standorten soll ein neuer in Salzburg hinzukommen. Ebenfalls bei vier Filialen hält Billa Corso. In Linz suche man nach einem neuen Standort für die Premium-Schiene. "Bei sieben bis neun Filialen österreichweit wäre der Plafond allerdings erreicht", sagt Hornsteiner.