Linz. Das "Nein" der Münchner zu einer dritten Flughafen-Piste als Chance für Österreich? So zumindest sieht das der oberösterreichische Wirtschaftskammer-Präsident Rudolf Trauner, der nun den blue danube airport in Hörsching ins Spiel bringt. "Mit einer schnellen Schienenverbindung zwischen den beiden Flughäfen könnte Linz quasi zur 'dritten Piste' für den internationalen Flugverkehrs-Hub München werden", erklärte er in einer Aussendung.

  Eine Reisezeit von weniger als eineinhalb Stunden zwischen dem Franz-Josef-Strauß-Flughafen in Erding und dem blue danube airport linz müsste machbar sein. Der Flughafen liege etwa 40 Kilometer nordwestlich von München, also näher bei Oberösterreich als die Stadt selbst, argumentiert Trauner. Er wies auch auf die anstehende direkte Anbindung des Flughafens Linz an die Westbahn im Zuge des viergleisigen Ausbaus zwischen der Landeshauptstadt und Wels hin.

Appell an ÖBB und DB
  Die Wirtschaftskammer fordere den Ausbau der Schienenverbindung von Neumarkt-Kallham über Braunau/Simbach, Mühldorf und den Flughafen München in die bayerische Landeshauptstadt. Es wäre keine extrem langer und teurer Neubau erforderlich, sondern lediglich Streckenbegradigungen, Mehrgleisigkeit und Elektrifizierung. ÖBB und Deutsche Bahn sollten diesen Vorschlag gemeinsam aufgreifen, verlangt Trauner.

   Der Linzer Airport musste 2011 ein Passagierminus von 1,8 Prozent auf 679.372 Personen verbuchen. Per Ende Oktober verliert er seinen Linienflug nach Berlin. Der Flughafen hofft allerdings auf eine neue Entscheidung der Air Berlin. Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) lagerte ab April vier von fünf täglichen Flügen auf der Strecke Wien-Linz an die Tiroler Regionalfluggesellschaft Welcome Air aus. Diese bindet laut Auskunft der AUA mit kleineren Flugzeugen, dafür aber öfter (33-mal pro Woche), den Linzer Flughafen an das Drehkreuz in Wien an.