Wien. (apa/sf) Die heimische Holzindustrie hat 2011 mit einem Produktionsvolumen von 7,64 Milliarden Euro den Rekord von 2007 übertroffen. Das Wachstum bremste sich allerdings leicht ein - auf 8,3 Prozent. Das meiste Geld verdient die Holzindustrie am Bau - der Umsatz stieg trotz Stagnation in der Branche. Fachverbands-Obmann Erich Wiesner erklärt das mit einem Trend zum Holzbau. "Holz gewinnt Marktanteile gegenüber Stahl, Ziegel, Beton oder anderen Baustoffen."

Neben der Bauindustrie setzten die holzverarbeitenden Betriebe 2,27 Milliarden Euro in der Möbelindustrie (plus 2,3 Prozent) und 2,1 Milliarden Euro in der Sägeindustrie (plus 9 Prozent) um.

Mit 9,6 Millionen Kubikmeter hielten die heimischen Sägewerke die Produktion 2011 konstant. Der Vorsitzende der Sägeindustrie, Christoph Kulterer, erwartet 2012 einen deutlichen Rückgang. Hauptgrund sei eine geringe Rundholzmenge aus der Forstwirtschaft. Erschwerend komme ein Importrückgang bei Sägenadelrundholz hinzu. Außerdem ist laut Kulterer der Holzpreis in Mitteleuropa derzeit um zehn Prozent zu hoch. Österreich sei da am Weltmarkt nicht konkurrenzfähig. Schuld daran seien Überkapazitäten, so Kulterer.

Dämpfer in Italien erwartet


Die Exportquote betrug im Vorjahr 69 Prozent, hauptsächlich wurde in das benachbarte EU-Ausland geliefert. Im wichtigsten Exportland Italien rechnet Wieser für heuer aber mit einem Dämpfer. Durch die Sparmaßnahmen der italienischen Regierung geht er von einem zweistelligen Rückgang der Bauwirtschaft aus.

28.606 Personen waren im Vorjahr in der Holzindustrie beschäftigt - mehr als vor Ausbruch der Wirtschaftskrise.

Der Fachverband übte am Mittwoch Kritik an den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Die Bahn sei für Holztransporte gegenüber der Straße nicht mehr konkurrenzfähig, sagte Kulterer. Er forderte die Politik auf, den Einzelgüterverkehr als "gemeinwirtschaftliche Leistung" zu bewerten, "sonst gibt es pro Jahr 200.000 Lkw-Transporte mehr".