Wien.

Muss Prioritäten setzen: SVA-Obmann Peter McDonald. - © Foto Franz Pfluegl
Muss Prioritäten setzen: SVA-Obmann Peter McDonald. - © Foto Franz Pfluegl
(ede) Die Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) weist die Kritik an der Art der Fragestellung bei ihrer ersten "Urbefragung" der Mitglieder zurück. Mit der Befragung hätten über eine halbe Million Selbständige die Möglichkeit zur direkten Mitbestimmung, sagt der geschäftsführende SVA-Obmann Peter McDonald. "Und nicht nur das, die Versichertengegemeinschaft war im Vorfeld sogar dazu eingeladen, sich an der Erarbeitung der Fragestellungen zu beteiligen", so McDonald. Alle Inputs seien unter wissenschaftlicher Begleitung eingeflossen, und der Fragebogen sei im SVA-Vorstand von allen vertretenen politischen Fraktionen einstimmig verabschiedet. Umso überraschender sei deshalb "so manche Kritik". Diese kam von der Interessenvertretung "Amici delle SVA" und vom Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, Volker Plass.

Der Fragebogen, der noch bis Ende September an die SVA retour geschickt werden kann, beinhaltet vier Themenblöcke. Vor allem die Fragen zum Selbstbehalt und den Beitragshöhen sorgten für Empörung. Die Fragestellung komme für viele Kleinstunternehmer der "Wahl zwischen Pest und Cholera" gleich, hatte Plass moniert. McDonald betont im Gespräch mit der "Wiener Zeitung": "Wünschen kann man sich alles, aber das volle Wunschprogramm geht nicht. Wir müssen Prioritäten setzen."

Angebot zu Mitbestimmung


Dabei gehe es keinesfalls um ein "Ausspielen von Versichertengruppen", sondern um die wichtigen Fragen, wie weit Solidarität gehen solle. Bereits heute würden Selbständige mit höheren Einkommen elfmal so hohe Versicherungsprämien wie jene mit geringeren Einkünften zahlen.

"Die Urbefragung ist unser Angebot an all unsere Versicherten, mitzubestimmen. Mit ihr sammeln wir mit einer breiten demokratischen Legitimation Kraft, um den Druck auf den Sozial- und den Gesundheitsminister zu erhöhen, um die Interessen unserer Versicherten durchzusetzen", so der SVA-Obmann.