Wien. Aufgrund des langsameren Werbemarktwachstums im April und Mai und den anhaltenden Sorgen um die Stabilität der Weltwirtschaft werden die globalen Werbeausgaben langsamer ansteigen, erwartet ZenithOptimedia. Damit korrigiert die Mediaagentur-Gruppe ihre Prognose für den Anstieg der weltweiten Werbeinvestitionen für heuer von 4,8 Prozent auf 4,4 Prozent. Für 2013 und 2014 bleibt die Prognose mit 5,3 bzw. 6,1 Prozent unverändert, heißt es in der Studie "Advertising Expenditure Forecast".

Fußball-EM und Olympia sind Zugpferde im Sommer

Grund für die Abkühlung ist die Angst vor einem Zusammenbruch der europäischen Währungsunion. Dass die wachsende Unsicherheit der Wirtschaftslage bisher nur einen relativ geringen Einfluss auf den Werbemarkt hat, liege hauptsächlich am positiven Effekt der Vier-Jahres-Ereignisse. Die wenige Wochen zurückliegende Fußball-EM und die Olympischen Sommerspiele beflügeln den Werbemarkt durch die Sommermonate Juni, Juli und August.

Durch den US-Wahlkampf werden zusätzliche Werbegelder voraussichtlich bis in den November hinein fließen. Insgesamt rechnet ZenithOptimedia mit 6,3 Milliarden zusätzlichen Werbedollars, die durch die Vier-Jahres-Ereignisse in den Markt kommen.

"Für Österreich fällt die Prognose leider nicht ganz so erfreulich aus, da sich der Werbemarkt hier natürlich mehr an den europäischen Rahmenbedingungen als an den weltweiten Marktgegebenheiten orientiert", sagt Erwin Vaskovich von ZenithOptimedia. Zudem bremsen einige österreichische Spezifika, wie das neue Medien-Transparenzgesetz, die Werbewirtschaft. Die Monate April und Mai bremsten mit ihren im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangenen Werbeinvestitionen die Wachstumsprognose deutlich. Sollte diese Entwicklung anhalten, sei für 2012 in Österreich bestenfalls mit einem geringfügigen Anstieg zu rechnen, der minimal über dem Vorjahresniveau liegt. "Allerdings haben wir auch in den vergangenen Jahren erlebt, dass die Werbefreude vieler Unternehmen gerade in den Monaten Oktober bis Dezember wieder deutlich anzieht", sagt Vaskovich.

Sollte sich über den Sommer die allgemeine Wirtschaftslage in Europa beruhigen, werde "dies zusätzlich einen positiven Effekt auf das Werbeklima in unserem Land bewirken".