Wien. (apa/kle) Für die Kollektivvertragsverhandlungen im Handel fiel am Mittwoch gegen 14 Uhr der Startschuss. Franz Georg Brantner, Chefverhandler der Gewerkschaft, hatte vor Beginn klargemacht, dass für die rund 530.000 Beschäftigen eine "kräftige reale Gehaltserhöhung deutlich über der Inflationsrate" herausschauen müsse. Eine konkrete Prozentzahl nannte er nicht. Bei Redaktionsschluss waren die Verhandlungen noch im Gang, allerdings galt eine Einigung schon in der ersten Runde als wenig wahrscheinlich.

Für die Bewertung des Gehaltsabschlusses wird die Inflationsrate von Oktober 2011 bis September 2012 herangezogen. Auf Arbeitgeberseite geht man hier von 2,65 Prozent aus.

GPA-Vizechef Karl Proyer hatte vor kurzem gesagt, die Erhöhung müsse zumindest um einen Prozentpunkt über der Inflationsrate liegen, damit den Menschen netto real etwas bleibe. Das würde bedeuten, dass der Abschluss bei 3,65 Prozent liegen müsste. Damit wäre er höher als bei der Maschinen- und Metallindustrie, wo man sich vergangene Woche auf ein Lohnplus von 3,0 bis 3,4 Prozent einigte. Detail am Rande: Jeder Prozentpunkt kostet die Arbeitgeber im Handel rund 170 Millionen Euro.

Fahrzeugindustrie geht in zweite Verhandlungsrunde


Nach dem Lohnabschluss für die Maschinen- und Metallwarenindustrie vergangenen Freitag verhandeln nun noch die weiteren fünf Metaller-Fachverbände mit den Arbeitnehmern über einen KV für das kommende Jahr. Am Dienstag ging es um die 30.000 Beschäftigten der Fahrzeugindustrie, ein Kompromiss wurde in der ersten Runde noch nicht gefunden. Heute, Donnerstag, wird nun weiterverhandelt.

Indessen gibt es für die Angestellten in der Stein- und keramischen Industrie bereits einen Abschluss. Sie erhalten im kommenden Jahr 3,4 Prozent mehr Mindestgehalt, die Ist-Gehälter legen um 3,2 Prozent zu. Darauf haben sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber am Dienstag in der ersten Verhandlungsrunde geeinigt.

Der neue Kollektivvertrag tritt mit 1. November 2012 in Kraft und gilt für insgesamt rund 5000 Angestellte.