Vier Tage lang waren die Kunden ausgesperrt wie in alten Zeiten vor dem Internet. Die Bank Austria nahm sich sehr viel Zeit, um ihr IT-System umzustellen. Dienstagvormittag funktionierte die neue IT-Plattform EuroSig noch immer nicht. Immer wieder landeten die Kunden beim Online-Banking im digitalen Nirwana.  Auch die Homepage war  zeitweise nicht erreichbar.

Am Dienstagnachmittag wollte die Bank Austria die Probleme mit dem neuen System endlich gelöst haben. Allerdings sei das Online-Banking "leider teilweise nicht verfügbar", wenn es auch "seit Montagabend funktioniert".

Grund sei eine Kapazitätsgrenze im Sinne der Systemstabilität - und diese werde derzeit, "weil wir wegen der Systemumstellung vier Tage nicht verfügbar waren, teilweise überschritten. Dann kann man sich leider eine Zeit lang nicht einloggen", erklärte ein Banksprecher Dienstagvormittag auf APA-Anfrage. "Wir entschuldigen uns in aller Form bei den Kunden für diese Unannehmlichkeit", so der Sprecher.

Für die Kunden war die Mitteilung, dass sie selbst schuld an der Misere seien, nicht gerade zielführend. Dementsprechend bissig waren die Kommentare, die man in Filialen hörte oder am Ende dieses Beitrags lesen kann...

Am Montag: Erfolgsmeldungen ohne Erfolg

Die Informationspolitik des Instituts war nicht dazu angetan, die Kunden zu besänftigen. Zunächst meldete die Bank am Montag die erfolgreiche Umstellung ihrer EDV. Vier Stunden später hieß es via Twitter: "Wir haben leider derzeit ein technisches Problem und arbeiten mit Hochdruck an der Behebung. Entschuldigen Sie bitte diese Unannehmlichkeiten." Das war's dann auch schon.

Auch am Montagnachmittag hatten die Kunden keinen Zugriff auf ihre Konten. Zeitweise verschwand sogar die Homepage. Dass die Bankomaten von den Störungen nicht betroffen waren, half vor allem Geschäftsleuten nicht weiter. Die Probleme mit Online-Buchungen wurden zum Teil noch verwirrender. Anwender berichteten von kryptischen Meldungen. "Es gibt Stabilitätsprobleme", erklärte ein Banksprecher.

Eine Entschuldigung bei den rund 700.000 Kunden war dem Unternehmer das Desaster am Montag nicht wert. Weder auf der Homepage noch im Bereich Presseaussendungen fanden sich Worte des Bedauerns. Zahlreiche Kunden vermissten zudem irgendeine Form von Support bei ihren vergeblichen Versuchen, das neue System zu nutzen.

Sinn der Umstellung

Mit der Umstellung vereinheitlicht der Bank-Austria-Mutterkonzern UniCredit in der ganzen Gruppe seine IT-Welt. Der kürzlich vom Vorstandsvorsitzenden Willibald Cernko angekündigte  Abbau von Filialen führte zu bissigen Kommentaren. Verärgerte Benutzer des Online-Systems meinten, ohne Kunden bräuchte die Bank gar keine Niederlassungen mehr.