Wien. (vee) Die Bereiche Finanzwirtschaft, Energie sowie Informations- und Kommunikationstechnologie sind die gefragtesten Angriffsziele für Attacken aus dem Cyberraum. Vor allem Banken müssen sich tagtäglich mit Angriffen herumschlagen. Dies zwingt österreichische Firmen dazu, vermehrt in Sicherheit zu investieren. Denn: Hier geht es nicht zuletzt um das äußerst sensible Kundenvertrauen.

Haben österreichische Unternehmen in der Finanzwirtschaft anfangs nur einen geringen Teil ihrer IT-Ausgaben für den Sicherheitssektor aufgewendet, liege man mittlerweile bei bis zu 30 Prozent, so Christian Kunstmann, Generalsekretär des Kuratorium Sicheres Österreich, zur "Wiener Zeitung". Das Bewusstsein bei Firmen in Risikosektoren sei schon gut geschärft. Eine unterschiedlich ausgeprägte Sensibilität hingegen ist bei Firmen, die über sensible Daten anderer Firmen verfügen, zu beobachten. Manche Anwälte oder Wirtschaftstreuhänder gehen mangelhaft mit den ihnen anvertrauten Daten um. Größere Unternehmen wiederum verfügen bereits über eigene Cyber Security Units.

Problematisch ist laut Kunstmann die Tatsache, dass es keinen geregelten Informationsaustausch zwischen Wirtschaft und österreichischen Behörden gibt. So werden etwa wegen einer höheren Sicherheitsklassifizierung Angriffe auf österreichische Unternehmen, die von offiziellen Stellen entdeckt werden, oft nicht an die betroffenen Firmen weitergeleitet. Aber auch umgekehrt melden Firmen Angriffe, die keine unmittelbaren Schäden verursachen, nur selten. "Hier fehlt das Regularium", so Kunstmann.

Bis Jahresende wollen das Bundeskanzleramt und das Innenministerium dem Ministerrat eine nationale Cyberstrategie vorlegen, die neben anderen Aspekten genau diesen Informationsaustausch regeln soll.