Wien. Schlechte Führungskräfte gibt es überall, in Österreich jedoch scheint es besonders viele davon zu geben. In Deutschland wird laut einer Studie von Train Consulting und Karmasin Motivforschung in 23 Prozent der Unternehmen nie schlechte Führung beobachtet, in Österreich hingegen nur in 5 Prozent. 30 Prozent der Österreicher nehmen schlechte Führung häufig wahr, 63 Prozent zumindest selten. In Deutschland liegen die Werte mit 20 beziehungsweise 55 Prozent auch hier merklich darunter.

In österreichischen Unternehmen wurden wesentlich häufiger Maßnahmen zur Steigerung der Führungsqualität ergriffen als in Deutschland. 93 Prozent der Unternehmen gaben an, dahingehend etwas unternommen zu haben oder zu unternehmen, in Deutschland sind es mit 65 Prozent deutlich weniger.

Führung als System noch


zu wenig im Bewusstsein


Fragt man nun nach den entsprechenden Maßnahmen, so zeigt sich, dass Aus- und Weiterbildung in Österreich mit 74 Prozent den häufigsten Schritt darstellt. Mit 46 Prozent sind in Deutschland ebenfalls Aus- und Weiterbildung Spitzenreiter, wenngleich in deutlich geringerem Ausmaß. Individuelle Angebote wie Coaching, Supervision und Beratung werden von immerhin 40 Prozent der Unternehmen in Anspruch genommen. In Österreich nutzen lediglich 14 Prozent derartige Möglichkeiten.

"Wie sich in beiden Fällen zeigt, ist schlechte Führung in den Köpfen immer noch in erster Linie mit der Minderqualifizierung der Führungskräfte verbunden - anstatt die Ursache in der Unternehmensstruktur und -kultur zu verorten", weiß Ruth Seliger, geschäftsführende Gesellschafterin von Train Consulting. Insofern sei es klar, dass Unternehmen die Lösung zunächst in Weiterbildung suchen. Dabei zeige sich das noch unterentwickelte Bewusstsein für Führung als systemischer Thematik.